Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich am Freitagabend (6. März) in Ravensburg besorgt wegen der baden-württembergischen Landtagswahl am Sonntag gezeigt. Vor 2500 Menschen sprach Merz in der Oberschwabenhalle und ging auf die Umfragen ein, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Grün und CDU voraus sagen: „Es wird knapper als gedacht“, sagte Merz. Wer am Sonntag „Gelb“ oder „Blau“ wähle, der wache am Montag mit „Grün“ auf. Er hoffe auf die Kraft der Südwest-CDU, dass sie in den verbleibenden zwei Tagen vor der Wahl ein „klares Votum“ für die Christdemokraten herbei führe.
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Auf die Wahl im Südwesten blicke nicht nur ganz Deutschland aufmerksam, meinte Merz, sondern sogar ganz Europa: In vielen Ländern stelle man sich die Frage, ob die deutschen Christdemokraten noch die Kraft hätten, Wahlen zu gewinnen. Denn es gebe in der EU nicht mehr viele starke Parteien der bürgerlichen Mitte. Von der CDU werde erwartet, dass sie Deutschland wieder „zur Lokomotive und zum Anführer“ in der EU mache.
CDU kritisiert „Schmutzkampagne“ gegen Hagel
Der Kanzler bilanzierte seine Regierungserfolge und erwähnte ausdrücklich die Migrationspolitik. Man habe im vergangenen Jahr einen Rückgang der Asylerstanträge um 50 Prozent gehabt, was viele Bürger gar nicht wüssten. Das habe er auch US-Präsident Donald Trump berichtet, der es offenbar auch nicht wusste. Dann ahmte Merz zum Vergnügen des Publikums den Präsidenten nach: „Minus 50 Percent! I don‘t believe that!“ (Minus 50 Prozent! Das kann ich gar nicht glauben!“)
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Merz schilderte das Jahr 2026 als Reformjahr und versprach mit der Union, „Deutschland wieder fit für die Zukunft zu machen“. Der CDU-Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Manuel Hagel, kritisierte scharf den „Kulturkampf der Grünen gegen das Auto“. Auch Hagel schilderte seine Sorge, dass das Rennen eng wird: „Am Ende könnten 1000 Stimmen fehlen.“ Man brauche jetzt eine Bewegung hin zur bürgerlichen Mitte. Von CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt ist die Debatte um das sogenannte Eva-Video mit Hagel angesprochen worden, das eine Grüne veröffentlicht hatte: Da sei eine „Schmutzkampagne“ gegen Manuel Hagel angezettelt worden mit Morddrohungen, Hass und Hetze, so Vogt. Sie habe „in den letzten zehn Tagen ihre Spuren hinterlassen.“
Kretschmann wirft CDU-Kandidaten Ideenmangel vor
Auch die Grünen gehen in den Wahlkampfendspurt. Aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigt CDU-Kandidat Hagel keine neuen Ideen für das Land. Er lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. „Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei“, sagte Kretschmann beim Wahlkampfabschluss der Grünen in Ulm.
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Daneben wolle Hagel einen Sachverständigenrat für Wirtschaft einrichten. Auch das gebe es schon, es heiße nur anders, so Kretschmann. Die Grünen hätten dagegen mit Cem Özdemir den passenden Kandidaten für seine Nachfolge als Ministerpräsident, sagte Kretschmann. „Wir Grüne haben jemanden, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt.“







