Minneapolis kann endlich aufatmen. Washington beendet die „Operation Metro Surge“. Trumps Grenz-Zar Tom Homan sagt, der Präsident habe zugestimmt, die Sonderoperation zu beenden. Das ist ein Rückzug auf ganzer Linie. Aber kein Eingeständnis, eine Stadt an den Rand der Verzweiflung gebracht – und das Gesetz gebrochen zu haben.

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Denn die Bilder sind längst im Land. Zwei US-Bürger wurden in Minneapolis bei Einsätzen von vermummten ICE-Agenten ohne jede Not erschossen: Renée Good und Alex Pretti. Danach: Massenproteste, Wut, Angst, Zweifel an den offiziellen Versionen, die mit der Wahrheit nichts zu tun hatten.

Darum: Wer jetzt abzieht, tut das nicht aus Reue. Sondern unter politischem Druck. Dieser Druck ist messbar: Über 70 % der Amerikaner sagen, ICE sei „zu weit gegangen“. Trumps Zustimmung in der Einwanderungsfrage fiel auf 38 Prozent. Seine Paradedisziplin wurde zuletzt zur größten Hypothek des Präsidenten.

Für Minneapolis löst sich der Würgegriff – endlich

Mit dem Abzug von fast 3000 Bundesbeamten, der sich bis nächste Woche hinziehen wird, versucht Trump nun die Luft aus dem Ballon zu lassen. Seine Entscheidung ist auch ein Schlag ins Gesicht von Scharfmachern wie Stephen Miller, dem zur Grausamkeit neigenden Architekten der brutalsten Menschen-Häscherei Amerikas in Jahrzehnten.

Dirk Hautkapp, US-Korrespondent
Dirk Hautkapp, US-Korrespondent© privat | Privat

Für Minneapolis löst sich damit der Würgegriff – endlich. Für den Rechtsstaat vorübergehend auch. Der Staat darf Aufenthaltsrechte kontrollieren. Ja. Aber nicht im Besatzungsmodus gegen die eigenen Bürger. Nicht mit Masken, Militärpose, Drohkulisse und scharfen Waffen als Standard.

Und das Land? Es bekommt nur eine Pause. Trump und Homan betonen, dass Massenabschiebungen landesweit weiterlaufen. Minneapolis war kein nachhaltiger Lernmoment. Es war ein Warnsignal. Die nächste Stadt sollte sehr genau hinschauen.