Diese Schwäche in unserem Gesundheitswesen ist nicht neu, aber eine aktuelle Statistik zeigt sie in all ihrer Schärfe: Gesetzlich Versicherte warten im Durchschnitt 42 Tage auf einen Termin beim Facharzt. Das sorgt zu Recht für Unmut bei den Versicherten, von denen viele zu Jahresbeginn wieder mit steigenden Krankenkassenbeiträgen konfrontiert waren.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Sie zahlen mehr, aber dafür eine Leistung zeitnah zu erhalten, wird schwieriger. Begleitet wird dies von einer Ungerechtigkeit, die an Zwei-Klassen-Medizin erinnert: Privatpatienten erhalten – das haben Statistiken belegt – doppelt so schnell einen Facharzttermin wie gesetzlich Krankenversicherte.

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Die Bundesregierung hat das Problem erkannt, sie will Fachärzte mit einem Primärarztsystem entlasten. Nicht mit jedem Wehwehchen gleich zum Facharzt, sondern erst zum Hausarzt – das soll die Leitlinie sein. Aber wie das neue System aussehen wird, das steht in den Sternen. Derzeit berät eine Kommission darüber, wie die Beiträge der gesetzlichen Kassen stabil bleiben können. Im März soll sie der Regierung berichten.

Christoph Link / Redakteur
Christoph Link ist Politikredakteur in der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die langen Wartezeiten stehen aber gar nicht auf der Aufgabenliste der Experten. Darum muss sich Gesundheitsministerin Nina Warken schon selbst kümmern. Radikal und gut wäre die Vorschrift, dass Ärzte bei einem Patientenanruf nicht mehr fragen dürfen, ob man privat oder gesetzlich sei. Das würde alle gleichstellen. Im Gegenzug müssten die Budgetgrenzen für Fachärzte fallen. Denn das ist das Argument der Fachärzte für die Bevorzugung der Privaten: Dass sie bei ihnen für ihre Arbeit „voll“ entlohnt werden, bei den Gesetzlichen aber nicht, wenn das Budget am Quartalsende zur Neige geht.