US-Präsident Donald Trump und sein ukrainischer Amtskollege Wolodymyr Selenskyj trafen sich, um erneut über Frieden in der Ukraine zu sprechen. Zum Jahreswechsel und kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion regen sich damit neue Hoffnungen. Immerhin hieß es in Washington, Trump sei nur zu einem Gespräch mit Selenskyj bereit, wenn es in den Vorverhandlungen nennenswerte Fortschritte gegeben habe.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das schürte Erwartungen. Doch der eine, bei dem man die eigene Erwartungshaltung nicht anpassen muss, ist Russlands Präsident Wladimir Putin. Der Kremlherrscher ist meilenweit von jeder Kompromissbereitschaft entfernt. Nirgends hat er bisher erkennen lassen, worauf er verzichten würde, wo er auf Kiew zugehen würde. Kein Wunder, der US-Präsident fordert seinerseits nichts von Putin ein. Auch bei seinem Telefonat am Sonntag offenbar nicht.
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Putin inszenierte sich am Wochenende in Uniform und drohte der Ukraine unverhohlen mit weiterer Waffengewalt. Russland könne sich den Donbass auch militärisch einverleiben, sagte er. Die Aussage ist eindeutig: Friedensverhandlungen braucht Putin nicht. Aus seiner Sicht handelt es sich dabei um reine Zeitverschwendung. Tanzt Selenskyj nicht nach seiner Pfeife, schickt er seine Truppen. Man kann es nicht oft genug sagen: Der Mann im Kreml will keinen Frieden. Er will die Ukraine niederzwingen, notfalls in Etappen.

Dass die Europäer verbal, finanziell und militärisch weiter an der Seite Kiews stehen, ist deshalb wichtig. Sie ticken ganz anders als Trump, der mal wieder Putin auf den Leim gegangen ist und ihn sogar als potentiellen Wiederaufbauhelfer der Ukraine zitiert. Damit überlassen die Europäer nicht dem Angreifer und dem Tatsachenverdreher die Show. Putins grausamer Krieg wird weitergehen. Denn die Hoffnungen der Ukrainer und unsere eigenen auf einen Frieden scheren ihn nicht.








