Das „Aus vom Verbrenner-Aus“ ist ein Stück näher gerückt und die Union feiert sich dafür. Aber wäre das wirklich ein Sieg der Vernunft?

Es ist sicher richtig, dass die EU im Zeitplan sehr sportlich ist. Setzt sich Deutschland durch, bleibt der Industrie mehr Zeit für den Wandel und Autofahrer könnten länger die Vorzüge der deutschen Motoren genießen. Politisch wäre es für Friedrich Merz ein wichtiger Sieg in einer schwierigen Zeit.

224328_366_cover.jpg
Söder-Solidarität und Fehlerkultur
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Aber die Rettung der deutschen Automobilindustrie ist ein Aus vom Verbrenner-Aus sicher nicht. Mit der in Teilen populistisch geführten Debatte hat man abgelenkt von politischen Versäumnissen, unter denen die Autobauer zu leiden haben. So ist Energie in Deutschland immer noch viel zu teuer und der EU-Bürokratiewahn ein Ressourcenkiller, den alle Hersteller beklagen. Auch das erratische Hin und Her bei der Förderung und der schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur hat Dynamik im Absatz gekostet.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Dazu kommen Probleme in den wichtigsten Märkten: Trumps Zollpolitik ist unberechenbar und im chinesischen Markt, dem größten der Welt, schrumpft der deutsche Anteil dramatisch. Da werden auch Verbrenner nicht helfen, denn die Chinesen lieben E-Autos, die sich perfekt mit der digitalen Welt vernetzen. Ein Feld, das Hersteller wie Volkswagen verschlafen haben.

Jörg Quoos ZRB
Jörg Quoos, Chef der FUNKE Zentralredaktion© FFS | Reto Klar

Wer künftig mit Aufwand die klassischen Motoren optimieren muss, dem fehlen Kapazitäten für die Aufholjagd im E-Segment. „Die Zukunft ist elektrisch“. Das ist kein Schlachtruf von Gegnern der Verbrenner. Ihn formulieren Chefs der großen deutschen Hersteller. Daher müssen sie aufpassen, dass sie diese Zukunft mit einem „Aus vom Verbrenner-Aus“ nicht verpassen.