Wer dieser Tage durch den Amazonas fährt und dieses einzigartige Ökosystem sieht, dem könnten die Tränen kommen. Flächen, so weit wie das Auge reicht, sind mittlerweile gerodet, Sojaplantagen breiten sich immer weiter aus, Vieh weidet, wo mal einzigartige Bäume standen. Mit dem wertvollen Regenwaldterrain wird spekuliert. Der Amazonas schwindet langsam, aber sicher. Mancherorts sind bereits 40 Prozent des Urwalds vernichtet. Man kann ahnen, wie kahl es auf diesem riesigen Areal an vielen Stellen aussieht. Und nicht nur die Millionen Menschen, die mit und vom Amazonas leben, haben Angst und fühlen sich bedroht, eingeschlossen und ihrer Lebensgrundlage beraubt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Auch im industrialisierten Teil der Welt haben die Menschen Angst bekommen. Die Klimaerwärmung schreitet ungehindert voran, und die Auswirkungen spiegeln sich längst schon in Extremwetterlagen weit weg vom Amazonas wider. Auch in Deutschland gehören Unwetter und Dürreperioden zur Realität.
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Daher weiß man nach einem Besuch im Regenwald sogleich, was man den Machthabern, Verhandlern und Lobbyisten, die sich jetzt im brasilianischen Belém treffen, zurufen möchte. „Reißt euch zusammen und trefft endlich Entscheidungen, die diese grüne Lunge der Welt wirklich retten können.“
Klimaschutz darf nicht nur eine Aufgabe von Machthabern und Umweltschützern sein
Denn das Thema hat angesichts der Zeitläufte bei Regierten und Regierenden an Wichtigkeit verloren. Zu vielen Menschen erscheint Klimaschutz noch immer zu abstrakt. Zu viele Regierungen meinen, Wichtigeres zu tun zu haben. Die Folge: Alle Emissions-Einsparungsziele wurden gerissen.

Klimaschutz darf daher nicht mehr nur eine Aufgabe von Machthabern und Umweltschützern sein. Das Sichern des Überlebens des Planeten muss ein übergreifendes Thema sein, eine strategische Investition in die Zukunft, an der sich die Gesellschaften als Ganzes beteiligen.





