Ärzte ohne Grenzen appelliert eindringlich an die Bundesregierung, sich für den Schutz von Zivilisten im Sudan einzusetzen. „In al-Faschir spielt sich unter den Augen der Weltgemeinschaft eine schockierende Katastrophe ab. Sie kann nur durch internationalen Druck beendet werden“, sagte Christian Katzer, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, dieser Redaktion.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Bundesregierung müsse dringend aktiv werden für ein Ende der Gewalt und für sichere Fluchtwege für Zivilisten und Zivilistinnen, die al-Faschir verlassen wollen, so Katzer weiter. „Insbesondere Betroffenen von ethnischer und sexualisierter Gewalt muss Schutz gewährt werden. Dafür braucht es massiven internationalen Druck.“ Außerdem brauche es endlich uneingeschränkten sicheren Zugang für humanitäre Organisationen, damit lebensrettende Hilfe die Zivilbevölkerung erreichen kann.
Auch interessant
Sudan: Drei von vier Kindern, die fliehen müssen, sind akut mangelernährt
Die Situation vor Ort ist nach Angaben der Hilfsorganisation, die im Sudan aktiv ist, verheerend: „Die Brutalität, mit der gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen wird, ist kaum mit Worten zu beschreiben“, sagte Katzer dieser Redaktion. Ärzte ohne Grenzen beobachte, dass aus der Stadt geflohene Menschen nach der monatelangen Belagerung von extremem Hunger und ethnischer Gewalt gezeichnet seien. „Unter den fliehenden Menschen, die uns im 60 Kilometer entfernten Tawila erreicht haben, stellten unsere Mitarbeitenden bei drei von vier Kindern akute Mangelernährung fest“, sagte Katzer. Eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten müsse als Folge von Hunger und Gewalt in die bereits völlig überfüllten Krankenhäusern vor Ort aufgenommen werden. „Aktuell fehlt es an allem.“

Auch interessant
Ein wirksames Eingreifen der internationalen Gemeinschaft sei mehr denn je gefragt, damit dringend benötigte Nahrungsmittel, Trinkwasser, medizinische Hilfsgüter und Notunterkünfte schnellstmöglich Nord-Darfur erreichen. „Dafür muss auch die Bundesregierung sichtbaren Einsatz zeigen.“







