Bundesweit sollten 187 militärische Liegenschaften der Bundeswehr in Zukunft zivil genutzt werden, um sie für den dringend notwendigen Wohnungsbau zu nutzen oder um sie in neue Gewerbeflächen umzuwandeln. Das Bundesverteidigungsministerium hat die Umwidmung der Liegenschaften nun abgesagt und Verteidigungsminister Boris Pistorius hat zusätzlich ein Versprechen abgegeben – was ein Vorbote einer Rückkehr der Wehrpflicht sein könnte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befindlichen Liegenschaften könnten genutzt werden, um die gegenüber der Nato gemachten Zusagen erfüllen zu können, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Demnach soll die Bundeswehr bis 2035 um etwa 80.000 Soldatinnen und Soldaten auf eine Gesamtzahl von insgesamt mindestens 260.000 Uniformierte anwachsen. Zusätzlich sollen zukünftig Zehntausende neue Wehrdienstleistende ausgebildet werden. Die auf knapp 40.000 Männer und Frauen geschrumpfte Reserve soll auf 200.000 anwachsen.

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Um den großen Zuwachs an Menschen auch unterbringen zu können und ihnen ausreichend Übungsmöglichkeiten auf dem Gelände der Bundeswehr zu ermöglichen, sollen die Liegenschaften dienen. Laut der „SZ“ hat das Versprechen von Boris Pistorius tief reichende Folgen für die Bundeswehrplanung. Bis 2031 sollen mindestens 40.000 zusätzliche Unterbringungsplätze für Wehrdienstleistende geben.

Bei der Infrastruktur-Fachkonferenz kündigte Pistorius Anfang Oktober an, dass er 270 Kompaniegebäude in Auftrag geben will, deren Baubeginn spätestens im Jahr 2027 sein soll. Diese sollen auf den bestehenden Liegenschaften der Bundeswehr erbaut werden. Ein „Kasernenbau vom Fließband“ soll mit einer besonderen modularen Bauweise ermöglicht werden. Dabei sollen vier oder mehr Rekruten in einem Raum untergebracht werden.

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Nach Ende des Kalten Krieges in den 1990er-Jahren hat die Bundeswehr hunderte Kasernen und militärische Übungsplätze aufgegeben. Laut dem Verteidigungsministerium werden alle Liegenschaften der „strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr“ zugeführt.

fmg/jan