Wer auch künftig ohne Überweisung direkt zum Facharzt gehen will, soll dafür extra zahlen: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, schlägt einen sogenannten Facharzttarif vor. „Unser Vorschlag lautet: Versicherte, die auch künftig generell ohne Überweisung eines Hausarztes oder eine digitale Ersteinschätzung direkt zu einem Facharzt gehen wollen, müssen einen zusätzlichen Facharzttarif mit jährlichen Kosten von voraussichtlich 200 bis 350 Euro abschließen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Hintergrund ist das im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Primärarztmodell: Patientinnen und Patienten sollen demnach künftig zunächst eine Hausarztpraxis aufsuchen. Diese soll sie bei Bedarf in einem bestimmten Zeitraum weiter an Spezialisten überweisen. So sollen Doppeluntersuchungen vermieden und die Versorgung effizienter organisiert werden.

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Kassenärzte: Facharzt mit Überweisung nicht für alle sinnvoll

Gassen hält das Modell jedoch nicht für alle Versichertengruppen geeignet. Für ältere Menschen mit mehreren Erkrankungen oder chronischen Leiden sei die hausärztliche Steuerung sinnvoll, „aber eben nicht für alle Versicherten“, betonte er. Besonders jüngere Patientinnen und Patienten empfänden den Umweg über den Hausarzt oft als überflüssig. Wer einen Facharzttarif abschließe, „hat die Wahlfreiheit und kann auch in Zukunft immer direkt zum Facharzt gehen“.

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dpa/kath