Liebe Leserin, lieber Leser,
ganz ehrlich: Ich habe längst keine Lust mehr auf Donald Trump. Auf Wladimir Putin. Auf Benjamin Netanjahu. Drei Machthaber mit nationalistischen bis faschistischen Zügen, die sich vor allem von ihren eigenen Interessen leiten lassen. Der eine, Netanjahu, ist im eigenen Land wegen Bestechung, Betrugs und Untreue angeklagt. Der andere, Trump, möchte als Friedensmacher in die Geschichtsbücher eingehen, am besten garniert mit dem Friedensnobelpreis. Und Putin? Er führt Krieg, um sein Trauma zu überwinden: den Zerfall der Sowjetunion.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
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So sehr mich diese drei Senioren – Putin ist mit 72 Jahren der Jüngste – auch nerven: Ich komme in dieser ereignisreichen Woche doch nicht um sie herum. Schließlich hängt der Weltfrieden von ihnen ab. Anlass genug für mich, Ihnen drei Geschichten über Menschen zu empfehlen, die von den Auswirkungen der Politik dieser Machthaber betroffen sind.
Ali aus Gaza läuft 24 Stunden für ein Paket Nudeln
Zum Beispiel Ali Alhadschar, ein Familienvater aus Gaza. In den vergangenen Jahren hat er für Hilfsorganisationen gearbeitet und ist erklärter Hamas-Gegner. Um ihn zu schützen, habe wir seinen Namen geändert. Die Terrororganisation habe nach dem Massaker vom 7. Oktober nicht nur die verschleppten Israelis als Geiseln genommen, sondern gleich die ganze Bevölkerung in Gaza, so seine erklärte Haltung zum Krieg in dem kleinen Küstentreifen am östlichen Mittelmeer.

Unser Kriegsreporter Jan Jessen kennt ihn gut. Ihm hat Ali ein Hungertagebuch überreicht, ein Protokoll, in dem er aufzeigt, welche Mühen und Gefahren er auf sich nehmen muss, um Lebensmittel für seine sechs Kinder, seine Frau und sich selbst zu organisieren. Selbst geschwächt, ist er zum Beispiel 24 Stunden unterwegs, läuft 25 Kilometer, es wird geschossen, er rettet nebenbei Menschen. Am Ende hat er eine Packung Nudeln ergattert und ein Kilo Erbsen. Lesen Sie hier dieses erschütternde Dokument.
Im Krieg versehrt für das Leben: Wo ukrainische Soldaten Hilfe finden
Donald Trump lässt sich ja gerne von Gefühlen leiten. Vielleicht wäre es eine gute Idee, ihn mal zu einem Besuch im Reha-Zentrum Tytanovi in Kiew zu bewegen. Dort würde ihm drastisch deutlich gemacht, wie brutal der russische Angriffskrieg in der Ukraine geführt wird. Denn dorthin kommen Kriegsversehehrte, die Arme und Beine verloren haben. Deren Körper und Gesichter verbrannt sind.

Es sind junge Männer. Doch wie sollen sie mit solchen Verletzungen eine Zukunft haben? In der Reha-Klinik soll ihnen ein Weg gezeigt werden: mit High-Tech-Materialien und Künstlicher Intelligenz. Jan Jessen war dort, hat mit den Männern gesprochen. Was ich bewundernswert finde: Sie alle eint ein gewisser Optimismus, was ihre Zukunft angeht.
Trump, auf dem Weg zum Autokraten
Wie krass Donald Trump dabei ist, das Land der großen Freiheit, die USA, in eine Autokratie umzuwandeln, das hat sich erst wieder Anfang der Woche gezeigt. Er verhängte einfach den Notstand über Washington D.C., mobilisierte dort die Nationalgarde und unterstellte die örtliche Polizei dem Justizministerium. Warum? Er wolle die Kriminalität in der Hauptstadt bekämpfen, so seine Erklärung.

Unser US-Korrespondent Dirk Hautkapp sprach allerdings mit Experten, die viel tiefere und erschreckendere Gründe sehen. Und er zitiert die demokratische Opposition, die befürchtet, Trump wolle Washington D.C. „in seinen persönlichen Polizeistaat“ umwandeln. Zumal die Kriminalität in der Hauptstadt derzeit eher zurückgehe. Lesen Sie hier seine Analyse.
Ich habe mich in dieser Woche tatsächlich über ein wenig Klatsch gefreut: Julia Klöckner, die als Bundestagspräsidentin das zweithöchste Amt in Deutschland hat (nur der Bundespräsident steht noch über ihr), ist verliebt. Und zwar in Jörg Pilawa, einen der bekanntesten TV-Moderatoren.

Im gemeinsamen Urlaub waren sie auch schon, zumindest zeigen dies die Bilder des Boulevards. Ich sage nur: Sylt und Sansibar. Und ich wünsche beiden natürlich alles Gute. Denn eine Beziehung, die so in der Öffentlichkeit steht , ist sicher eine Herausforderung – schließlich trifft Spitzenpolitik auf Showbusiness. Und da können die Protagonisten schon mal unter Beschuss stehen.
Der Vater zahlt nicht, die Mutter holt sich das Geld vom Amt
Aber auch im normalen Leben gehen Beziehungen schief. Und dann stellen sich vor allem zwei Fragen. 1. Wer erzieht die Kinder; 2. Wer zahlt den Unterhalt? Die Antwort auf Frage 1 lautet meist: die Mutter. Und auf Frage 2: der Vater.
In der Realität aber läuft es nicht so einfach. Denn oft zahlt der Vater nicht, die alleinerziehende Mutter muss sich das Geld vom Amt holen. Und weil Behörden mühsam laufen, schaffen sie es nicht, sich das Geld zurückzufordern.

Meine Kollegin Theresa Martus hat mit einer Mutter gesprochen, deren Ex-Partner auf Nimmerwiedersehen verschwand, als das gemeinsame Kind fünf war. Gezahlt hat er nur ein einziges Mal. Dass sie stattdessen Geld vom Amt bekommt, darüber ist sie sehr dankbar. Knapp war das Geld für die Mutter-Kind-Familie trotzdem.
So wie der Mutter und ihrem mittlerweile 15-jährigen Sohn geht es vielen: Ein Drittel der Alleinerziehenden bekommt Geld vom Staat. Die Bundesregierung will nun bei säumigen Vätern härter durchgreifen. Theresa Martus begrüßt das in ihrem Kommentar, dem Kind das Geld zu verweigern, sei schließlich kein Kavaliersdelikt. Aber: „Schärfere Maßnahmen auf dem Papier ändern nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden.“
Der Booking-Chef im Interview: So viel Provision kassiert das Buchungsportal
Ich stehe kurz vor meinem Urlaub, ein Roadtrip nach Italien soll es werden. Wie viele Kilometer schaffen wir am ersten Tag? Packen wir es nonstop über die Alpen bis zum Gardasee? Oder schwächeln wir schon in Innsbruck? Wie immer werde ich vom Auto aus Ausschau halten nach einem netten Hotel oder einer Pension. Und da nimmt mir das Urlaubsportal Booking.com viel Arbeit ab.

Tatsächlich machen das viele so, denn Booking.com hat einen ordentlichen Anteil an den Hotelbuchungen in Deutschland. Das hat Booking-Chef Glen Fogel meinem Kollegen Dominik Bath erzählt, als er sich mit ihm für ein Interview aus seinem Büro im New Yorker Empire State Building in einem Videocall traf. Lesen sie hier, wie hoch die Provision bei einer Buchung ist, was der Chef des Portals verdient und wie er selbst Urlaub macht.
Mein persönlicher Buchungstipp für den Zwischenstopp
Apropos Provision: Ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass es sich zwar lohnt, über Reiseportale zu recherchieren, dann aber die Buchung direkt bei der Unterkunft günstiger ist. Oder es gibt noch Zimmer, obwohl Booking.com ausgebucht ist. Der Check lohnt auf jeden Fall.
Und mit diesem Tipp verabschiede ich mich für die kommenden zwei Wochen. Den Newsletter bekommen Sie trotzdem: Mit ganz besonderen Geschichten unserer Volontärinnen und Volontäre. Und einen weiteren mit den besten persönlichen Recherchen. Sie dürfen gespannt sein.
Es grüßt sie herzlich
Ihre Birgitta Stauber
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