Viele im liberalen Teil der Welt denken, dass mit US-Präsident Donald Trump das schlimmstmögliche finstere Zeitalter begonnen hat. Willkürliche Zollkeulen, Erpressung und Lügen: Trump steht für ein toxisches Gemisch, das mit dem alten, verlässlichen Amerika aus der Zeit Bill Clintons oder Ronald Reagans nichts mehr zu tun hat. Doch in Wahrheit könnte es noch viel schlimmer kommen. Der Chef des Weißen Hauses hat nun erstmals verkündet, sein Vize JD Vance werde „höchstwahrscheinlich“ 2028 als republikanischer Präsidentschaftskandidat antreten.
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Der erst 41-jährige Vance wäre eine ideologisch gehärtete Radikalversion von Trump. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar erteilte der den Deutschen eine Demokratie-Lektion der eigenen Art: Kuschelkurs mit der teilweise gesichert rechtsextremen AfD unter dem Banner der Meinungsfreiheit. Vance steht für die zügellose Nutzung von Künstlicher Intelligenz und Social Media, auch wenn Lügen und Schmähungen verbreitet werden.

JD Vance als Präsident: Internationale Verträge hätten bei ihm noch weniger Bindekraft
Er begreift sich als Amerikas oberster Kulturkämpfer gegen Migranten, Minderheiten und als Abwickler demokratischer Institutionen wie Gerichte und freie Presse – Letztere will er zu Erfüllungsgehilfen präsidialer Macht umfunktionieren. Vance wird hier vom Internet-Milliardär Peter Thiel unterstützt, dem eine Art Tech-Autokratie vorschwebt, die sich nicht an Mehrheitsentscheidungen gebunden fühlt.

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Internationale Bündnisse und Verträge hätten unter einem Präsidenten Vance vermutlich noch weniger Bindekraft als unter Trump. Das gilt auch für die Nato. Von der US-Opposition geht derzeit wenig Hoffnung aus: Die Demokraten verharren in Schockstarre. Die Europäer sollten sich bereits heute Gedanken machen: Was wäre, wenn?







