• Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag wurden Brandsätze an der Nord-Süd-Strecke deponiert
  • Brände und Schäden, eine Sperrung der Strecken sowie Verkehrsstillstand waren die Folge
  • Die Deutsche Bahn äußert sich zum Brandanschlag
  • Mittlerweile gab es in Sachsen-Anhalt einen weiteren Brandanschlag auf Bahnanlagen

Die bundesweite Hauptlinie der Bahn ist nach dem Brandanschlag auf die Bahnstrecke Düsseldorf-Duisburg wieder für den Zugverkehr freigegeben: Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilte mit, dass die Sperrung nach Reparatur der beschädigten Infrastruktur sowie Probefahrten auf der Strecke seit den frühen Morgenstunden aufgehoben ist. Derweil wurde bekannt, dass am Freitagabend ein weiterer Brandanschlag auf Bahnanlagen verübt wurde, diesmal auf eine Strecke in Sachsen-Anhalt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Polizei geht von Sabotage aus, der Staatsschutz ermittelt. Mutmaßlich sind Linksextremisten für den Anschlag verantwortlich, wie Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf sagte. Auf der linken Plattform „Indymedia“ war ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Ein „Kommando Angry Birds“ reklamiert darin die Tat für sich. Dies sei den Behörden „als linksextremistische Mitmach-Kampagne“ bekannt, sagte Innenminister Reul. Die Echtheit des Schreibens wird laut Polizei noch überprüft.

Wie ein dpa-Reporter am Tatort erfuhr, hatten Unbekannte am Donnerstag eine Zündvorrichtung in einem Kabeltunnel platziert. Ein Lokführer habe Qualm aus dem Kabeltunnel quellen sehen und Alarm geschlagen. 

Deutsche Bahn: Zwei Brandanschläge in zwei Tagen – Staatsschutz ermittelt

Die Ermittler werten das Deponieren der beiden Brandsätze an der wichtigen Nord-Süd-Strecke der Deutschen Bahn in Düsseldorf strafrechtlich als eine Tat. Das sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf. Am Freitag war ein weiterer Brandsatz der gleichen Machart entdeckt worden wie der am Donnerstag gefundene. Beide hatten Brände und Schäden verursacht. 

Zuvor hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, dass die Reparaturarbeiten an der Strecke länger dauern werden. Offiziell wurde auf dem Bahnportal Zuginfo.NRW 22.00 Uhr als Ende der Sperrung genannt. Entwarnung gab es allerdings erst in den frühen Morgenstunden.

Die Strecke Duisburg-Düsseldorf ist mit mehr als 620 Zügen täglich - Güterzüge nicht mitgezählt - eine der meistbefahrenen Bahn-Verbindungen in Deutschland. 

Massive Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs

Das den Ermittlern zufolge vorsätzlich gelegte Feuer hatte die Strecke auch am Donnerstag lahmgelegt. Es kam auch dann zu erheblichen Beeinträchtigungen auch des Fernverkehrs. 

Der zweite Brandschaden sei bei einer Begehung der Strecke am Freitag rund zwei Kilometer entfernt entdeckt worden. „Wir gehen davon aus, dass beide Anschläge gleichzeitig verübt wurden“, sagte ein Polizeisprecher. Es lägen keine Erkenntnisse über weitere Taten in den letzten Wochen vor. In dem Bekennerschreiben heißt es, man habe mehrere Anschläge im Großraum Düsseldorf begangen. 

Deutsche Bahn: Welche Ausweichmöglichkeiten gibt es?

Die Bahn hatte einen Bus-Pendelverkehr eingerichtet und leitet den Fernverkehr über Dortmund und Wuppertal um. Zudem hatte man Bauarbeiten an einer parallel verlaufenden Güterstrecke in Duisburg-Wedau kurzfristig unterbrochen, um über diese Strecke einen Teil des Verkehrs abwickeln zu können. An den Hauptbahnhöfen in Duisburg und Düsseldorf strandeten dennoch viele Reisende. Es kam zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. 

Die Kabel gehören zu einem Stellwerk in Duisburg, die Brände brachen aber auf Düsseldorfer Stadtgebiet aus, sagte ein Bahnsprecher. 

Brandanschlag: Zahlreiche Linien betroffen

Die beschädigten Kabel sorgten für Störungen im Nah- und Fernverkehr. Betroffen waren die ICE-Linien nach Berlin und Frankfurt am Main ebenso wie die Verbindungen in Richtung Norddeutschland, Süddeutschland und in die Niederlande, teilte die Bahn mit. 

Im Nahverkehr waren die S-Bahn-Linie S1 sowie mehrere Regionallinien betroffen, wie das Portal zuginfo.nrw meldete. Der gesamte Bereich um Duisburg-Großenbaum im Süden der Ruhrgebietsstadt war nicht befahrbar. 

dpa/dw