Mit der eilig organisierten Luftbrücke für den Gazastreifen setzt die Bundesregierung ein deutliches außenpolitisches Zeichen: Humanitäre Hilfe hat auch unter schwierigen Bedingungen Priorität. In der schwarz-roten Koalition gibt man sich keinen Illusionen darüber hin, was die Luftbrücke bewirken kann – sie ist, das sagt auch der Bundeskanzler selbst, nur ein kleiner Beitrag, um das Leid der Menschen zu lindern.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Aber selbst wenn nur begrenzte Mengen an Gütern eingeflogen werden können, kann dies für einzelne Krankenhäuser, Notunterkünfte oder Hilfseinrichtungen in Gaza existenziell wichtig sein – etwa bei Medikamenten, Spezialnahrung oder Generatoren. In einer Lage extremer Knappheit kann jede zuverlässige Lieferung einen Unterschied zwischen Versorgung und Zusammenbruch machen.

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Gleichzeitig ist die Luftbrücke ein Signal an die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu: Deutschland ist nicht bereit, die Krise tatenlos hinzunehmen, und das Gleiche wird von Netanjahu erwartet. Es liegt vor allem in der Verantwortung der israelischen Regierung, die Grenzübergänge für Lastwagen mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Hygieneprodukten zu öffnen.
Dass ein mit Israel befreundeter Staat wie Deutschland zu einem drastischen Mittel wie einer Luftbrücke greift – und alle fühlen sich dabei an die eingeschlossenen Westberliner von 1948 erinnert –, sollte für Netanjahu Aufruf genug sein, nun entschlossen zu agieren und den Menschen in Gaza humanitäre Hilfe zukommen zu lassen. Die Zeit, die Krise zu leugnen, wie es der israelische Premier bis zuletzt getan hat, ist in jedem Fall vorbei.






