Nach der Eskalation zwischen den benachbarten Ländern Kambodscha und Thailand werfen sich beide weiterhin vor, die Gefechte begonnen zu haben. Kambodscha fordert nun ein sofortiges Ende der Feuergefechte an der Grenze zu Thailand. Auch am Samstag, den dritten Tag in Folge, wurden an der Grenze Kämpfe gemeldet.

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Der kambodschanische UN-Botschafter Chhea Keo sagte nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York: „Kambodscha forderte eine sofortige, bedingungslose Waffenruhe, und wir fordern auch eine friedliche Lösung des Konflikts.“ 

Armee von Kambodscha nur ein Drittel so groß wie Thailands

Thailand könne Kambodscha nicht glaubwürdig vorwerfen, das Land angegriffen zu haben, da dessen Armee nur ein Drittel so groß sei wie die Thailands, so Keo weiter. Zudem verfüge Kambodscha nicht einmal über eine voll ausgerüstete Luftwaffe. Die Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums hätten bei dem Treffen hinter verschlossenen Türen von beiden Konfliktparteien äußerste Zurückhaltung gefordert. 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Umgekehrt forderte der thailändische UN-Botschafter Cherdchai Chaivaivid bei der UN-Sitzung ein umgehendes Ende der Feindseligkeiten durch Kambodscha, um einen Dialog zu starten. Er sprach von einem „rechtswidrigen und willkürlichen Akt der Aggression“. Die beiden Länder seien aber enge Nachbarn – die Gewalt müsse ein Ende finden.

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Mittlerweile gebe es eine neue Front weiter südlich, speziell in der thailändischen Provinz Trat, berichtete die Zeitung „Khaosod“ unter Berufung auf das Militär. Mittlerweile ist auch die thailändische Marine in den Konflikt involviert.

Mindestens 13 Menschen kommen ums Leben, darunter Zivilisten

In Kambodscha seien bislang 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter 8 Zivilisten, berichtete die Zeitung „Phnom Penh Post“ unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Mehr als 70 Menschen wurden demnach verletzt, davon 50 Zivilisten. In Thailand wurden jüngsten Regierungsangaben zufolge 14 Tote verzeichnet, darunter 13 Zivilisten. Mehr als 60 Menschen wurden teils schwer verletzt. Rund 130.000 Menschen sind laut Regierung in Thailand auf der Flucht.

Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn war am Donnerstag gefährlich eskaliert. Nach Schusswechseln an der Grenze hatte das thailändische Militär eigenen Angaben zufolge Kampfjets gegen kambodschanische Stellungen eingesetzt. 

Artilleriefeuer auch auf Wohngebiete

Kambodscha reagierte mit Artilleriefeuer, auch auf Wohngebiete. Unter anderem wurden eine Tankstelle und ein Krankenhaus getroffen. Wer das Feuer eröffnete, ist weiter unklar. Beide Seiten beschuldigen einander. Medienberichten zufolge soll Thailand am Freitag erneut Luftangriffe geflogen haben.

dpa/jle