Dass sich Fed-Chef Jerome Powell und Donald Trump nicht grün sind, ist kein Geheimnis: Als „Schwachkopf“ und „Verlierer“ hatte der US-Präsident den Finanzhüter einmal bezeichnet. Trotzdem müssen die beiden bei einer Begehung der Baustelle der Notenbank vor laufender Kamera gute Miene vorgaukeln.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Powell wirkt schon während des Rundgangs angesäuert, während der US-Präsident, mit weißem Bauhelm auf dem Kopf, selbstherrlich den Flur abschreitet. Zum Showdown kommt es dann vor den wartenden Journalisten. Zunächst möchte Powell nicht neben dem Präsidenten stehen. Auf einen Wink muss er dann doch ranrücken.

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Zunächst spricht Trump und kritisiert, dass die Renovierung der Fed 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) und damit mehr als die geplanten 2,7 Milliarden Dollar koste. Powell steht daneben, schüttelt sichtlich genervt den Kopf. Schließlich platzt aus ihm heraus, dass das ja nicht stimmen könne.

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„Doch doch, das kam gerade raus“, meint Trump, der ein Blatt Papier mit einer Aufstellung der Kostens schwenkt. Powell setzt seine Brille auf und studiert die Tabelle. Der Präsident habe ein drittes Gebäude hinzugefügt, sagt er dann. Es sei bereits vor fünf Jahren fertiggestellt worden. 

Nach einem kurzen Schlagabtausch, ob ein Gebäude, dass bereits Jahren fertiggestellt wurde, in die Gesamtbilanz der Fed-Kosten einfließt, ist es an Trump, die Situation zu entschärfen. Der Präsident nestelt an seinem Bauhelm herum. „Gut, den abzusetzen“, unterbricht er die Ausführungen Powells. Der scheint das „Friedensangebot“ anzunehmen, setzt seinen Helm ebenfalls ab – und streckt zur Bestätigung, wie heiß es darunter ist, seine Zunge raus.

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Trump & Powell: Posse kommt nicht von ungefähr

Die Posse kommt nicht von ungefähr: Trump hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten wiederholt über den geldpolitischen Kurs der Fed beschwert und Powell persönlich verbal attackiert. Die Notenbank hatte die Leitzinsen auch auf Drängen des Präsidenten nicht gesenkt und dabei unter anderem auf die wirtschaftliche Unsicherheit verwiesen, die durch Trumps Zollpolitik entstehe. Sie befürchtet dadurch unter anderem einen Anstieg der Inflation. Die Notenbank agiert formal unabhängig und ist dem Präsidenten gegenüber nicht weisungsgebunden.

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Trump deutete bereits an, dass er ihn gerne aus seinem Amt entlassen würde. Nach Ansicht von Rechtsexperten hat er dazu jedoch keine rechtliche Befugnis, es sei denn, es liegt ein schweres Fehlverhalten vor. 

Kürzlich kritisierte Trump dann die Mehrkosten für die Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington und sagte, sie könnten einen Angriffspunkt für eine mögliche Entlassung Powells darstellen. Die Amtszeit des 72-jährigen Notenbankchefs endet im kommenden Jahr.Am Donnerstag sagte Trump zum Thema Zinsen lediglich, er und Powell hätten ein „produktives Gespräch“ über die Wirtschaftslage geführt - „ohne Spannungen“. Powell werde - auch wenn es „ein bisschen zu spät ist“ - seiner Meinung nach „das Richtige tun“.  

mit afp