Wer es als Geflüchteter aus Syrien oder Sudan nach Griechenland schafft, für den gibt es eine gute Nachricht: Er ist in Sicherheit, er hat die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer überlebt. Die schlechte Nachricht: Die griechischen Behörden geben sich Mühe, dass die Schutzsuchenden sich nicht allzu willkommen fühlen. Menschen leben auf der Straße, müssen sich auf dem Schwarzmarkt Essen und Unterkunft verdienen. Wir konnten das viele Jahre selbst bei Recherchen vor Ort beobachten.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Viele ziehen weiter, nach Deutschland. Anerkannte Asylsuchende dürfen für 90 Tage visafrei im Schengenraum reisen. Das ist ein Gerechtigkeitsproblem: Denn durch diese Sekundärmigration entsteht Druck auf die Länder, die Flüchtlinge fair und menschenwürdig behandeln.
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In den Wettbewerb um die schlechtesten Bedingungen für Geflüchtete sollte sich Europa nicht begeben. Europa hat sich der Humanität verpflichtet. Aber es darf keine Menschenwürde erster und zweiter Klasse in der EU geben. Asylzentren brauchen gleiche Standards (über Jahre schliefen Asylsuchende auf Lesbos in Zelten im Dreck). Asylverfahren brauchen gleiche Standards (in manchen Staaten dauert es Monate oder Jahre). Asylleistungen brauchen gleiche Standards.

Dafür zu sorgen, ist Aufgabe der EU-Kommission in Brüssel. Mit Sanktionen gegen Staaten, die diese Standards nicht einhalten. Mit Anreizen, etwa EU-Mittel für Integrationsprojekte für Länder, die sich bei der Hilfe für Schutzsuchende bemühen.
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Deutschlands Regierung tritt zunehmend den Weg der Härte an. Das kann für einen Moment funktionieren, langfristig wird Deutschland diesen Wettbewerb verlieren, der zudem rechtlich fragwürdig ist. Gewinnen lässt sich das Rennen nur gemeinsam, mit allen europäischen Staaten.





