Das Verhältnis der Präsidenten Donald Trump und Wladimir Putin ist für Außenstehende ambivalent: Dass das US-amerikanische Staatsoberhaupt den Krieg in der Ukraine nicht mehr binnen 24 Stunden beendet, ist offensichtlich. Bei der Suche nach dem Schuldigen schwankt er aber: Schien bei seinem Besuch im Oval Office der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj noch der Übeltäter, verschärfte Trump zuletzt wieder den Ton in Richtung Moskau „Ich bin nicht glücklich mit Putin“, so der Präsident während einer Kabinettssitzung. Er sei „sehr unzufrieden.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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In diese Gemengelage fällt nun die Enthüllung einer Tonspur, die verdeutlicht, dass Trump bereits viel härtere Töne gegenüber Putin angestimmt haben will. „Ich habe Putin gesagt: ‚Wenn ihr in die Ukraine einmarschiert, bombardiere ich Moskau in Grund und Boden‘“, sagte Trump bei einer Spendenaktion 2024, deren Mitschnitt nun der US-Sender CNN öffentlich machte. Putin habe geantwortet: „‚Ich glaube euch nicht.‘ Aber er hat mir zu 10 Prozent geglaubt“, meint der US-Präsident zu wissen.

Der Kreml reagiert auf die Enthüllung kühl: „Die Sache ist, dass es damals keine Telefongespräche gab“, zitiert die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass Dmitri Peskow. „Schließlich sprechen wir, soweit ich weiß, über die Zeit, als Trump noch nicht Präsident der Vereinigten Staaten war“, so der Kreml-Sprecher weiter.

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Donald Trump: Auch Peking wollte er bombardieren

Laut den Tonbändern ging Trump noch einen Schritt weiter und prahlt auch mit seinem Auftreten anderen Regierungschefs gegenüber. Eine ähnliche Ansage will er nämlich auch Chinas Präsident Xi Jinping für den Fall einer Invasion in Taiwan gemacht haben. „Er dachte, ich wäre verrückt“, sagte Trump über die Reaktion Xis darauf, dass Trump Peking bombardieren würde.

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Die Aussagen Trumps fallen in die Zeit, als er sich zum zweiten Mal um das Präsidentenamt bewarb. Bei entsprechenden Spendenveranstaltungen in New York und Florida versuchte er Mittel für seinen kostspieligen Wahlkampf locker zu machen.

In den veröffentlichten Tonaufnahmen nimmt Trump kein Blatt vor den Mund, schießt sich etwa auch auf protestierende Studenten ein. Er würde sie „aus dem Land werfen“, sagte er damals über die propalästinensische Bewegung. „Wenn Sie mich wählen lassen, werden wir diese Bewegung um 25 bis 30 Jahre zurückwerfen“, versprach er laut den Tonaufnahmen einem potenziellen Geldgeber. Tatsächlich sollte Trump später in seiner Amtszeit auffällig rigide gegen Universitäten vorgehen.