Viele hielten es zunächst für einen Scherz, als Christine Lambrecht im vergangenen September ein Buch ankündigte. „Auf Stöckelschuhen durch Absurdistan“ sollten die Erinnerungen an ihre Zeit in der Politik betitelt sein, schrieb die SPD-Politikerin auf Instagram. Da war es mehr als anderthalb Jahre her, dass Lambrecht ihr Amt als Verteidigungsministerin aufgeben musste. Sie war eine Fehlbesetzung auf dem Posten gewesen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Nun ist das Buch fertig. „Es sollte keine große Sache werden, aber ein paar Gedanken wollte ich aufschreiben“, teilte Lambrecht am Montag wiederum auf Instagram mit. Ihr Buch könne ab sofort bestellt werden bei Amazon, als Liefertermin wird dort der kommende Freitag angezeigt. 133 Seiten hat das Buch der Ministerin, veröffentlicht hat Lambrecht es im Eigenverlag. Der Titel ist eine Reminiszenz an einen Vorfall aus ihrer Zeit als Verteidigungsministerin.
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Lambrecht war in dem Amt durch Pannen aufgefallen, sie galt mit den Anforderungen der durch Russlands Überfall auf die Ukraine ausgelösten „Zeitenwende“ als überfordert. In der Truppe war die Sozialdemokratin unbeliebt. Dadurch trug sie selbst bei, etwa weil sie freimütig bekannte, die Dienstgrade nicht zu kennen. Eine andere Episode zementierte ihr schlechtes Image.
Lambrecht reiste zum Truppenbesuch nach Mali und Niger – und lief dort mit hohen Absatzschuhen durch den Wüstensand. Als üblich und angemessen hätte es in der Truppe gegolten, mit festem und geschlossenem Schuhwerk vor die Soldaten im gefährlichen Auslandseinsatz zu treten. Es gab kritische Berichte über die Ministerin auf „Stöckelschuhen“, Lambrecht bezeichnete die Aufregung später als „absurd“.

Christine Lambrecht: Ihr Buch trägt den Titel „Auf Stöckelschuhen durch Absurdistan“
„Auf Stöckelschuhen durch Absurdistan“ also. Eine Anfrage, ihr Buch bereits vor dem Liefertermin lesen zu können, lehnte Lambrecht ab. In dem auf Amazon jedoch bereits einsehbaren Prolog des Buches beschreibt Lambrecht, wie es zu dem Titel kam: „Wer mich kennt weiss (sic), dass ich für Entwicklungen, die mich in meinem Leben überrascht, irritiert, amüsiert oder auch verärgert haben, oft die Formulierung nutze: ‚das ist doch aus Absurdistan‘.“ Daher habe zunächst als Arbeitstitel „Reise durch Absurdistan“ schnell festgestanden.
Ihr sei des Weiteren aufgefallen, welchen Raum die Berichterstattung über ihre „Stöckelschuhe“ eingenommen habe. „Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich nur: wer benutzt denn noch so einen altbackenen Begriff, den hatte ich das letzte Mal von meiner Oma gehört, die selbst sehr gerne ‚Stöckelschuhe‘ getragen hat.“ Die Berichterstattung der Medien dazu sei ihr manchmal als „geradezu zwanghaft“ erschienen.
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Ein eigenes Kapitel zum Thema „Stöckelschuh“ gebe es in dem Buch nicht, kündigt Lambrecht in dem Prolog daher an. Sie widme sich lieber wichtigen Themen. Es gebe keine „Abrechnung“, auch werde sie keine militärischen Geheimnisse verraten.
SPD-Politikerin rät möglichen Kritikern ihres Buches: „Kauft es nicht“
Sie blicke vielmehr mit etwas zeitlichem Abstand auf mehr als zwei Jahrzehnte in der Politik, auf das Zustandekommen von Entscheidungen, manches sei ihr „absurd“ vorgekommen. Von einer kleinen und persönlichen Auswahl ohne roten Faden, schreibt Lambrecht, um die es seit ihrem Rücktritt im Januar 2023 ruhig geworden ist.
Lust auf heftige Kritik oder Beleidigungen hat die 60-Jährige nicht. Denjenigen, die ein Problem mit ihrem Buch haben könnten, rät Lambrecht: „Kauft es nicht, lest es nicht und geht stattdessen lieber spazieren, macht was Schönes.“










