An Benjamin Netanjahu wird es nicht gelegen haben, sollte Donald Trump im Herbst wieder leer ausgehen, wenn in Oslo vergeben wird, was dem US-Präsidenten nach eigenem Empfinden seit Langem zusteht.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Zu Beginn des Abendessens im Blauen Salon des Weißen Hauses überreichte Israels Premierminister dem Gastgeber einen Umschlag. Darin enthalten war die Nominierung des 47. US-Präsidenten für den diesjährigen Friedensnobelpreis. Netanjahu, der mit seiner Gattin angereist war, um nach den US-Bombenschlägen gegen den Iran in Washington eine mehrtägige Victory-Tour zu beginnen, bescheinigte Trump, „in diesem Moment Frieden, in einem Land, in einer Region nach der anderen“ zu schmieden. Die Auszeichnung wäre damit „wohl verdient”.
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Für einen kurzen Moment wirkte Trump gerührt. „Wenn das von Ihnen kommt, ist das sehr bedeutsam”, sagte er dem Gast aus Israel. Mit der Szene war der Ton für das Arbeitsabendessen gesetzt, in dem Trump nach Angaben von Regierungsinsidern vor allem ausloten wollte, wie man Israel und die palästinensische Hamas zu einem Waffenstillstand im Gazastreifen und später zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges bewegen könnte, der seit bald zwei Jahren den Nahen Osten erschüttert.
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Trump und Netanjahu feiern sich für den „historischen Sieg“ im Nahen Osten
Zunächst aber ging es den Staatsmännern darum, mediengerecht das Füllhorn des Lobes über sich und den jeweils anderen auszuschütten. So charakterisierte Netanjahu die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als „historischen Sieg“, der „das Gesicht des Nahen Ostens verändert hat”, wie er sagte. An die Adresse Teherans, wo das Mullah-Regime laut Trump schon bald den Gesprächsfaden mit den USA aufnehmen wolle, schickte „Bibi” die unverhohlene Warnung, die „israelische Entschlossenheit (gegen die Atom-Ambitionen des Iran vorzugehen, d. Red.) nicht auf die Probe zu, denn das wäre ein Fehler.”
Netanjahu war es dann auch, nicht Trump, der für die Zukunft von Gaza keine Zwei-Staaten-Lösung mehr am Horizont erkennen kann. „Wir werden einen Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn ausarbeiten, die uns nicht vernichten wollen“, sagte er, „und wir werden einen Frieden ausarbeiten, in dem unsere Sicherheit, die souveräne Macht über unsere Sicherheit, immer in unseren Händen bleibt.”

News aus den USA
Gaza als Luxus-Ressort? Für Netanjahu eine „brillante Vision“
Auf eine Frage zu Präsident Trumps Vorschlag, die Palästinenser aus dem Gazastreifen umzusiedeln und dort ein luxuriöses Küstenbauprojekt durchzusetzen, antwortete Netanjahu mit sonorer Stimme, Trump habe eine „brillante Vision“.

Für Netanjahu gilt, dass die Bewohner des Gazastreifens das Gebiet nach Belieben verlassen könnten. „Das nennt man freie Wahl”, sagte er. „Wenn die Menschen bleiben wollen, können sie bleiben, aber wenn sie gehen wollen, sollten sie gehen können.” Wir arbeiten sehr eng mit den USA zusammen, um Länder zu finden, die umsetzen wollen, was sie immer sagen: dass sie den Palästinensern eine bessere Zukunft geben wollen“, sagte Netanjahu. „Ich glaube, wir stehen kurz davor, mehrere Länder zu finden.“

Zur Gretchenfrage sagte er nichts: Wer eigentlich gibt künftig in Gaza den Ton an? Während Trump sich hier noch gelassen gibt, prescht Netanjahu vor: Er lehnt jede Beteiligung der Hamas sowie der Palästinensischen Autonomiebehörde am Wiederaufbau von Gaza ab und möchte, dass arabische Anrainer-Länder den Gazastreifen kontrollieren. Ägypten, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien haben dies bereits abgelehnt.








