Die Bundesbildungsministerin traut sich was. Karin Prien bringt eine Obergrenze für Kinder mit Migrationshintergrund an Schulen ins Gespräch, um das Problem mangelnder Deutschfähigkeiten vieler Schüler endlich entschlossen anzugehen. Eigentlich ist die Ministerin gar nicht zuständig, Schulen sind Ländersache.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Trotzdem: Gut, dass Prien den Finger in die Wunde legt. Untersuchungen zeigen einen beunruhigenden Rückgang der Sprachkompetenz bei Schülern, ein Zusammenhang mit der Zuwanderung ist offenkundig. Kinder aus Flüchtlings- und Einwandererfamilien, in denen zu Hause gar kein Deutsch gesprochen wird, starten die Schullaufbahn mit einem großen Handicap. Ausreichende Deutschkenntnisse sind entscheidend für den Bildungserfolg. Aber viele Schulen sind mit der Unterstützung überfordert.
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In Klassen, in denen der Großteil der Kinder die Sprache unzureichend beherrscht, erhalten die Betroffenen zu wenig Förderung, stattdessen leidet der Unterricht auch für die übrigen Kinder. So werden alle zu Verlierern – und die Gesellschaft, die auf gut ausgebildeten Nachwuchs angewiesen ist, gleich mit. Bislang packen die meisten Bundesländer das Problem zu zögerlich an.

Es braucht endlich mehr verbindliche Regelungen: Beginnend mit Pflicht-Sprachtests schon bei allen Vierjährigen, mit mehr langfristiger Sprachförderung, mehr Lehrkräften. Und die Migranten-Quote? Die praktische Umsetzung wäre nicht einfach, Diskriminierungsvorwürfe sind erwartbar. Dennoch kann eine solche Quote in manchen Fällen hilfreich sein, vor allem an Schulen in städtischen Brennpunkten. Die schlechteste Lösung wäre, das Sprachproblem an unseren Schulen einfach weiter treiben zu lassen.






