Da ist er wieder. Einer der polarisierenden Sprüche des Kanzlers, die sich so gut in Schlagzeilen machen: „Der Bundestag ist kein Zirkuszelt“, sagte Friedrich Merz in der TV-Sendung „Maischberger“ in Bezug auf die Regenbogenflagge, die dieses Jahr nicht wie in der Vergangenheit auf dem Bundestag zum Berliner CSD gehisst werden soll. Die Empörung, die über dieses Zitat ausgebrochen ist, ist erwartbar und verständlich. Mitglieder der LGBTQ+-Community und ihre Unterstützer kennen den Vorwurf, der CSD sei eine Spaßveranstaltung, nur zu gut.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Doch gerade in Zeiten, in denen Angriffe auf queere Menschen in Deutschland stark zunehmen, der CSD in Budapest verboten wird und bereits erkämpfte Rechte wieder zur Debatte stehen, geht es den Demonstranten um nichts Geringeres als ihre Menschenrechte.
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Merz‘ Argument geht durch „Zirkuszelt“-Aussage unter
Was nicht in die Schlagzeile passt: Merz bezog sich mit seiner Zirkuszelt-Aussage auf die Vorschriften zur Beflaggung des Bundestags und darauf, dass dort nicht beliebig Fahnen gehisst werden könnten. Ein Argument, das in der Diskussion durchaus seine Berechtigung hat.

Es geht allerdings unter, wenn es gleichzeitig so scheint, als wolle der Bundeskanzler den CSD ins Lächerliche ziehen. Auch wenn Merz in derselben Sendung forderte, „nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen“ – dieses Wort war für viele Betroffene Salz in einer immer noch offenen Wunde.
Das ist der CSD
Der Christopher Street Day (CSD) ist eine Demonstration für die Rechte von LGBTQIA*-Menschen. Er erinnert an den Aufstand in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969 und setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt, Liebe und Gleichberechtigung. In Berlin ist der CSD zugleich Demonstration und Straßenfest – laut, bunt und kämpferisch.








