Die Eskalation im Nahen Osten hat zunehmend Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Nach den Angriffen Israels und den USA auf Ziele im Iran bleibt der Luftraum über Teilen der Region aus Sicherheitsgründen gesperrt – mit spürbaren Folgen für Airlines und Passagiere weltweit.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Denn der Nahost-Korridor – zwischen Iran, Irak, Syrien und dem östlichen Mittelmeer – gilt als eine der wichtigsten Routen im globalen Flugnetz. Vor allem für Verbindungen zwischen Europa und Asien ist der Luftraum essenziell. Besonders durch die geschlossenen russischen und ukrainischen Lufträume im Zuge des Ukraine-Kriegs hat der Nahost-Korridor an Bedeutung gewonnen. Doch seit den gegenseitigen Angriffen zwischen Israel und dem Iran ist der Korridor nahezu leer. Viele Airlines haben aus Sicherheitsgründen Flüge gestrichen, verschoben oder umgeleitet. Auch wichtige Drehkreuze wie Dubai, Doha oder Abu Dhabi sind von Ausfällen betroffen.

Diese Flüge sind aufgrund des Krieges im Nahen Osten gestrichen

Als Folge hat auch die Lufthansa Group ihre Verbindungen in den Nahen Osten deutlich reduziert. Wie das Unternehmen dieser Redaktion mitteilte, bleiben Flüge nach Tel Aviv und Teheran bis mindestens 31. Juli ausgesetzt. Verbindungen nach Amman und Erbil sind vorerst bis Mitte Juli gestrichen, und Flüge nach Beirut zunächst bis zum 30. Juni. Die Airlines der Lufthansa Group – darunter SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings – meiden dem Unternehmen zufolge den Luftraum über den betroffenen Staaten vollständig.

Ein Flugzeug landet bei Dämmerung auf einer beleuchteten Landebahn am Flughafen Hamburg
Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr.© picture alliance / imageBROKER | Thomas Lammeyer

SWISS setzt sogar ihre Flüge nach Tel Aviv bis zum Ende des Sommerflugplans am 25. Oktober aus. Auch Beirut steht bei der Schweizer Airline bis mindestens Ende Juli nicht mehr im Flugplan. Eurowings verzichtet „aus operativen Gründen“ ebenfalls auf Flüge von und nach Tel Aviv, ebenfalls bis zum Ende des Sommerflugplans, und streicht zusätzlich Verbindungen nach Beirut in der Zeit vom 1. bis 11. Juli.

Wie der Nahost-Konflikt Flüge nach Asien beeinträchtigt

Doch nicht nur Ziele im Nahen Osten selbst sind betroffen. Der Konflikt wirkt sich auch auf internationale Langstreckenverbindungen aus, insbesondere in südostasiatische Länder wie Thailand. Da der Überflug über israelisches, iranisches oder irakisches Staatsgebiet nicht möglich ist, müssen Flugzeuge teils deutlich längere Routen wählen, beispielsweise über Ägypten, Saudi-Arabien oder das Kaspische Meer. Die Lufthansa-Gruppe spricht von möglichen Flugzeitverlängerungen um bis zu eine Stunde – abhängig von verschiedenen Parametern.

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Durch die längeren Strecken steigen auch die Personalkosten und der Treibstoffverbrauch. Hinzu kommt der steigende Ölpreis, der Treibstoffkosten weiter nach oben treiben könnte, berichtet „Reuters“. Unklar ist, ob die Airlines die Mehrkosten durch längere Flugzeiten mittelfristig in Form höherer Preise an die Kunden weitergeben werden.

Eine überraschende Folge: Der afghanische Luftraum, lange Zeit gemieden, gewinnt wieder an Bedeutung. Seit Mai hat sich die Zahl der täglichen Überflüge auf rund 280 verfünffacht, wie Daten von Flightradar24 zeigen. Möglich machen das gelockerte Beschränkungen, denn der Taliban-Staat lässt seit 2023 wieder Flüge zu – allerdings für eine Gebühr von 700 US-Dollar pro Überflug.

Wie lange der Ausnahmezustand andauert, weiß niemand. Für Reisende bedeutet das derzeit vor allem: unsichere Planungen und teils deutlich längere Wege – selbst bei Zielen, die eigentlich weit entfernt vom Krisenherd liegen.