Studenten, die sich ein Visum für die USA erhoffen, müssen ab sofort mit einem tiefgründigen Check ihrer Social Media-Konten rechnen. Facebook, X, Instagram, TikTok – wo auch immer Meinungen und Inhalte getauscht werden, wollen die Behörden einen Blick hineinwerfen. Betroffen sind Austausch-Schüler, Studenten und auch Au-pairs.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Zuletzt hatte die US-Regierung um Donald Trump verkündet, keine neuen Visumsanträge für ausländische Studenten mehr bearbeiten zu wollen. Nun findet die Terminvergabe wieder statt. Jedoch mit strengen Hintergrundchecks, die das US-Außenministerium beauftragt hat. Betroffen seien der Anordnung nach Personen, die Visa der Kategorien F, M und J beantragten.

Strenge Regeln bei Visa-Vergabe: „Umfassend und gründlich“

Laut einem Bericht der „Washington Post“ sind die Konsulatsmitarbeiter nun aufgefordert, alle Anträge „umfassend und gründlich“ zu überprüfen. Antragssteller sollen dafür ihre Profile auf „öffentlich“ stellen, damit Mitarbeiter auch Einblicke in Beiträge und persönliche Daten nehmen können. Dieser Einblick bleibt ihnen ohne die Freigabe für die Öffentlichkeit verwehrt.

Auch interessant

Ziel sei es, diejenigen herauszufiltern, die „eine feindselige Haltung gegenüber unseren Bürgern, unserer Kultur, unserer Regierung, unseren Institutionen oder unseren Gründungsprinzipien hegen“, heißt es laut Anordnung des US-Außenministeriums.

Politische Aktivisten im Fokus der Hintergrundchecks

Insbesondere Menschen, die die Behörden als politische Aktivisten einstufen könnten, dürften Probleme bekommen. Die US-Regierung möchte ausschließen, dass politisch motivierter Aktivismus in den Vereinigten Staaten fortgesetzt wird. Die „Washington Post“ erklärt, es gehe auch darum, „ausländische Terroristen“ zu ermitteln und Menschen mit antisemitischen Taten auszuschließen.

Auch interessant

Experten empfehlen angehenden USA-Studenten aus dem Ausland, ihre Profile bei TikTok und Co. vor dem Visumsantrag genau zu überprüfen. Dazu könne gehören, Beiträge etwa zum Nahost-Konflikt oder dem Gazakrieg vorab zu entfernen. Auch „Likes“, also persönliche Vorlieben, können als auffällig eingestuft werden.

Visumsanträge in den USA: Längere Bearbeitungszeiten erwartet

Eine Konsequenz könnten längere Bearbeitungszeiten bei Visumsanträgen sein. Konsulate müssten weniger Termine für Antragsteller freischalten, schreibt die Tagesschau.

Auch interessant

Dem voraus gehen die Vorwürfe von US-Präsident Trump. Er wirft US-Universitäten wie Harvard unter anderem vor, nicht genug gegen Judenfeindlichkeit auf dem Campus zu unternehmen.

Die strengen Hintergrundchecks sowie die zuvor geschlossene Terminvergabe für Visumanwärter hatten in den vergangenen Monaten für viel Verunsicherung bei den jungen Menschen gesorgt. Aufgrund des Visa-Stopps im Mai hatten viele Schülerinnen und Schüler ihre Pläne geändert und sich für andere Länder entschieden.