Das Auffälligste in den ersten Minuten nach dem massiven israelischen Militärschlag auf den Iran war die politische Wortwahl Washingtons – und wer geredet hat: Außenminister Marco Rubio, ein lupenreines Sprachrohr des Präsidenten, der sich bis zum Freitagmorgen bedeckt hielt, betonte mehrfach, dass Amerika in keiner Weise an den Bombenangriffen auf Atomanlagen und iranische Spitzenpersonal beteiligt gewesen sei.
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Eine inhaltliche Bewertung des „Präventivschlags“ (Benjamin Netanjahu) versagte sich Amerikas Top-Diplomat. „Israel hat uns mitgeteilt, dass es diese Aktion für notwendig zur Selbstverteidigung halte“, fügte Rubio in einer vom Weißen Haus, nicht vom Außenministerium autorisierten Stellungnahme beinahe lapidar klingend an – um dann zum eigentlichen Punkt zu kommen: „Um es klar zu sagen: Der Iran sollte keine US-Interessen oder US-Personal angreifen.“ Für die Vereinigten Staaten habe der Schutz der rund 40.000 amerikanischen Streitkräfte in der Golf-Region oberste Priorität.

Aber das war nicht alles. Rubio erwähnte an keiner Stelle, dass die USA – wie seit Jahrzehnten üblich – fest an der Seite Israels stünden, falls der Iran zu Vergeltungsschlägen ausholt. Dass dieses Beistandsbekenntnis fehlte, schlug in Washingtoner Politikzirkeln fast wie eine Bombe ein. „Lässt Trump Netanjahu im Regen stehen, weil er sich düpiert fühlt?“, fragte ein demokratischer Abgeordneter im vertraulichen Gespräch.
Trump schickt warnende Worte an den Iran
Offenkundig ist, dass der US-Präsident mit dem Alleingang Benjamin Netanjahus erhebliche Probleme hat. Trumps Team verhandelt seit zwei Monaten mit dem Iran darüber, die Atomtechnologie ausschließlich für zivile Zwecke einzusetzen. Übermorgen sollte im Oman die nächste Runde stattfinden zwischen dem US-Gesandten Steve Witkoff und dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi. Ob es dabei bleibt, scheint fraglich. Trump machte aus der Not – er konnte Netanjahu nicht mal davon überzeugen, noch abzuwarten, bis die Verhandlung beendet sind – kurzerhand eine Tugend. Er warnte Teheran am Freitag vor „noch brutaleren“ Angriffen und erneuerte seine Forderung an Teheran beizudrehen.
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„Es hat bereits viel Tod und Zerstörung gegeben, aber es ist noch Zeit, diesem Massaker ein Ende zu setzen“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. „Der Iran muss einen Deal schließen, bevor nichts mehr übrig ist – tun Sie es einfach, bevor es zu spät ist.“ Dahinter steht nach Einschätzung von Iran-Experten in Washington auch die Sorge Trumps, am Ende als politischer Verlierer dazustehen. Er war es schließlich, der den unter Vorgänger Barack Obama geschlossenen Vertrag mit Teheran geschreddert hatte. Erst danach begannen die Mullahs damit, die Uran-Anreicherung zu intensivieren.
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Trump fürchtet nun, dass der Iran bei Vergeltungsschlägen auch US-Stützpunkte in der Region treffen könnte, was ihn zu einer militärischen Antwort nötigen würde. Trump will zwar, dass der Iran niemals Atombomben bekommt, aber er will dafür nicht in einen Krieg hineingezogen werden. In seiner Fangemeinde wird der Ruf lauter, dass die USA sich aus dem Konflikt zwischen Israel und dem Iran „heraushalten sollen“.





