Die EU-Kommission drängt auf eine spürbare Erhöhung der Tabaksteuern in den Mitgliedstaaten – und das dürfte auch deutsche Raucher bald zu spüren bekommen. Ein entsprechender Vorschlag sieht laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung vor, die Abgaben auf klassische Zigaretten, Tabakerhitzer und E-Zigaretten deutlich zu erhöhen. Ziel ist es, den Tabakkonsum europaweit zu senken und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

In einem internen Dokument mit fast 200 Seiten heißt es, durch höhere Steuern könne ein „Preissignal“ gesetzt werden. Damit solle klargemacht werden, „dass Rauchen tatsächlich schädlich ist und mit allen Mitteln bekämpft werden sollte“. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Plans der EU, langfristig die Zahl der Raucher deutlich zu reduzieren. Das soll auch die Zahl tabakbedingter Krankheiten wie Lungenkrebs senken.

Auch interessant

Die Steuerhöhe soll sich künftig stärker an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen EU-Länder orientieren – gemessen am sogenannten Wohlstandsindex. Für Deutschland bedeutet das nach Einschätzung des Europäischen Steuerzahlerbunds eine mögliche Erhöhung der Tabaksteuer um 20 Prozent. Laut Verbandspräsident Michael Jäger sei das ein falscher Weg: „Das muss dringend gestoppt werden“, sagte er der Bild.

Höhere Tabaksteuer – Branche warnt vor Schwarzmarkt

Derzeit kostet eine Schachtel Zigaretten in Deutschland durchschnittlich etwa neun Euro. Eine Steuererhöhung um 20 Prozent würde den Preis um rund einen Euro steigen lassen. Auch kleinere Verpackungseinheiten mit rund 20 Zigaretten aus dem Automaten könnten sich laut Expertenschätzungen um 50 bis 70 Cent verteuern.

Die Tabakbranche reagierte erwartungsgemäß kritisch. Michael von Foerster, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Rauchtabakindustrie, warnte gegenüber „Bild“: „Gesundheitsschutz darf nicht zum Vorwand werden, verlässliche Steuermodelle und mittelständische Existenzen zu zerschlagen.“

Auch interessant

Jaanus Pauts von JTI, dem Hersteller von Marken wie Benson & Hedges und Camel, sieht in der Steueranhebung eine Gefahr für die legale Wirtschaft: „Massive Steuererhöhungen sind ein Konjunkturprogramm für die organisierte Kriminalität“, sagte er der Zeitung.