Der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. will die Mitglieder von einem wichtigen Beratungsgremium für Impfstoffe entlassen. „Wir entlassen die 17 derzeitigen Mitglieder des Gremiums, von denen einige in letzter Minute von der Biden-Regierung ernannt wurden“, schrieb der Minister in einem Meinungsbeitrag im „Wall Street Journal“. Der Text ist am Montag in den USA erschienen. Zudem gab es eine offizielle Pressemitteilung zu Kennedys Plänen.

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Damit verabschiedet sich Kennedy vom gesamten Impfgremium der US-Gesundheitsbehörde. Das Gremium nennt sich „Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP)“ und ist ein unabhängiges Expertengremium innerhalb des US-amerikanischen „Centers of Disease Control and Prevention (CDC)“. Das Gremium war bislang dafür zuständig, Empfehlungen und Leitlinien zur Anwendung von Impfstoffen in der US-Zivilbevölkerung zu entwickeln. Die Gesundheitsbehörde muss sich nicht an die Empfehlungen des ACIP halten, hat das in der Vergangenheit aber meist getan. Vergleichbar ist das ACIP etwa mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Deutschland.

Kennedy: Bekannt für Verschwörungsmythen und Falschinformationen über Impfstoffe

Warum der radikale Schritt? Der Gesundheitsminister unterstellt dem Gremium Interessenskonflikte. In seinem Beitrag im „Wall Street Journal“ schreibt er, die Experten des ACIP hätten „beträchtliche Finanzmittel von Pharmaunternehmen erhalten, darunter auch von solchen, die Impfstoffe vermarkten“. Beispiele dafür lieferte Kennedy nicht. Stattdessen wetterte der 71-jährige Trump-Unterstützer, die Experten seien „zu einer bloßen Registrierungskammer für jeden beliebigen Impfstoff“ geworden. Anstelle des jetzigen Gremiums sollen eventuell neue Mitglieder nachrücken.

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Die Entlassung der Experten sei unerlässlich, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen. Das habe „Vorrang vor irgendeiner Pro- oder Anti-Impfstoff-Agenda“, erklärte der US-Politiker.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Der Sohn des ehemaligen US-Justizministers und Senators Robert F. Kennedy und Neffe des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy wurde ursprünglich bekannt als Anwalt für Umweltrecht, ehe er in den letzten Jahren durch die Verbreitung von Verschwörungsmythen und Falschinformationen über Impfstoffe auf sich aufmerksam machte. Im April veranlasste Kennedy eine Untersuchung dazu, ob Impfungen in der Kindheit zu Autismus führten. Diese Theorie wurde von Wissenschaftlern schon mehrmals widerlegt.

dpa/AFP/emi