Gute Krisen sollte man niemals vergeuden – und zwar in dem Sinne, dass diese immer auch die Möglichkeit einer positiven Veränderung in sich tragen. In der Welt des Wladimir Putin und seiner Troll-Armeen freilich sind Krisen dann gut, wenn sie beim Gegner den größtmöglichen Schaden anrichten. Notfalls wird nachgeholfen: Je mehr sich westliche Gesellschaften polarisieren, je heftiger die Verwerfungen sind und je größer die Verunsicherung, desto besser.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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So lässt sich eine bemerkenswerte Allianz erklären, über die das Bundesamt für Verfassungsschutz in seinem neuesten Jahresbericht informiert: Pro-russische Hacker haben sich Ende 2024 mit pro-palästinensischen und anderen Gruppierungen zusammengetan. Sie starteten systematische Cyber-Attacken auf Behörden und Unternehmen aus westlichen Ländern, die die Ukraine und Israel unterstützen.
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Auch deutsche Einrichtungen waren betroffen. Die Verfassungsschützer betrachten Antisemitismus und Israelfeindschaft als „Brückennarrative“ – also als verbindende Elemente für Akteure unterschiedlicher Herkunft. Diese bringen angesichts des Krieges in Nahost Rechts- und Linksextremisten, Islamisten und andere Feinde des Westens zusammen. Putins Cyber-Krieger mischen dabei munter mit.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund: Diese Art der internationalen Vernetzung ist im höchsten Maße besorgniserregend. Deutschland und seine Partner sind zur Arena von Konflikten geworden, die außerhalb der Landesgrenzen stattfinden. Zur Wahrheit gehört leider auch, dass viele Behörden und Unternehmen die Warnungen der Sicherheitsbehörden vor verschärften Cyber-Attacken im Rahmen einer hybriden Kriegsführung nicht ausreichend ernst nehmen. Das muss sich dringend ändern. Und zwar schnell.






