Zusammenfassung

  • In der Trump-Ära ist ein stabiles Treffen zwischen dem deutschen Kanzler und dem amerikanischen Präsidenten bereits ein Erfolg
  • Friedrich Merz strebt eine belastbare Verbindung zu Washington an, um internationale Stabilität zu sichern
  • Es ist ein Minimalziel, das Merz da anstrebt

Es klingt absurd: Der deutsche Kanzler trifft den amerikanischen Präsidenten und muss schon froh sein, wenn es nichts anderes wird als genau das. Ein Treffen zweier Staatsmänner aus zwei befreundeten, demokratischen Ländern.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Das Selbstverständliche wäre schon ein Erfolg. Normalität wäre ein wichtiger Schritt. Kontinuität ein gutes Ergebnis. Es ist bitter, aber genau das ist die neue Wirklichkeit in der Trump-Ära.

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Friedrich Merz und seine Leute haben sich darauf eingestellt und versuchen seit Wochen, auch alle anderen darauf einzustellen. Hauptsache kein Eklat. Hauptsache, das Treffen läuft nicht aus dem Ruder. Nichts ist wichtiger, als einen stabilen, belastbaren Draht nach Washington zu legen – und zu halten.  

Julia Emmrich Kommentarfoto
Julia Emmrich ist stellvertretende Ressortleiterin für Politik und Wirtschaft.© FMG | Anja Bleyl

Merz kann nur Minimalziel setzen

Wäre es nicht Donald Trump, der Merz am Donnerstag im Weißen Haus empfangen wird, dann könnte sich der Bundeskanzler große Ziele setzen: Eine belastbare Zusage der Amerikaner zu einem neuen, harten Sanktionspaket gegen Kreml-Aggressor Wladimir Putin. Ein verlässlicher Fahrplan mit dem Ziel, die gegenseitigen Zölle perspektivisch auf null zu senken.

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Nun muss Merz schon froh sein, wenn Trump mit Blick auf Russland und die Ukraine grundsätzlich im Boot der Europäer bleibt. Und wenn sich bestätigt, wonach es bislang aussieht: Trump nimmt Merz ernst, die beiden sind dabei, einen gemeinsamen Ton zu finden.

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10:1 für die Männer
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Die Devise heißt nun: Je kleiner die Erwartungen, desto leichter lässt sich der Besuch als Erfolg verbuchen. Und Erfolge, also sichtbare Zeichen von Stabilität, sind in der labilen internationalen Lage wichtig. Für den neuen Bundeskanzler, für die Nato und die Sicherheit gegenüber Russland – und am Ende für die Demokratie in Europa.