Dem Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) ist offenbar ein spektakulärer Drohnen-Angriff gelungen. Berichten zufolge haben ukrainischen Drohnen am Sonntag vier Luftwaffenstützpunkte in Russland angegriffen und etwa 40 russische Militärflugzeuge schwer beschädigt oder zerstört. Für die Meldung gab es zunächst keine unabhängige Bestätigung, ukrainische Medien berichten, darunter der „Kyiv Independent“. Die Operation habe den Codenamen „Spinnennetz“ getragen. Internationale Medien stiegen am Sonntag mit ein, darunter die britische BBC.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Getroffen worden seien die Flugfelder Belaya (Irkutsk, Sibirien), Olenya (Murmansk), Diagilovo (Ryasan) und Ivanovo (etwa 250 Kilometer nordöstlich von Moskau), die teilweise weit von der ukrainischen Grenze entfernt sind. Auf Videos bei X sind schwarze Rauchwolken sowie brennende Flugzeuge zu sehen. In einem Video auf X ist mutmaßlich aus Drohnenperspektive zu erkennen, wie ein russischer Bomber getroffen wird und in Flammen aufgeht.

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„SBU-Drohnen nehmen Flugzeuge ins Visier, die jede Nacht ukrainische Städte bombardieren“, zitiert die Zeitung „Financial Times“ einen Informanten. Auch russische Medien berichten laut BBC von den Angriffen bei Murmansk und Irkutsk. Von möglichen Schäden ist jedoch nicht die Rede. Vielmehr heißt es, die russische Luftabwehr habe funktioniert.

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Bei der Aktion seien unter anderem russische Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 und Tu-22 sowie Aufklärungsflieger vom Typ A-50 zerstört worden. Der ukrainische Geheimdienst sprach von einem „Wendepunkt“. Ukrainische Drohnen können nun Ziele tief im russischen Hinterland angreifen. Laut erster Schätzungen könnte Russland bei den Angriffen Militärmaschinen im Wert von mehr als 2,2 Milliarden Dollar verloren haben.

Putin: Ab jetzt keine roten Linien mehr

Russlands Präsident Wladimir Putin wandte sich am Sonntagabend mit einer Mitteilung an sein Volk und drohte der Ukraine mit Vergeltung. Mit den Angriffen hätten die Ukrainer klargemacht, dass es „keine friedliche Lösung geben könne“, zürnte der Kremlmachthaber. „Sie haben ihr eigenes Urteil unterzeichnet. Es wird keine roten Linien mehr geben. Sie werden es bereuen“, so Putin weiter.

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Kherson Under Fire: Voices of Survival
Im Krisenmodus
 

Militärexperte Carlo Masala warnt vor russischem Vergeltungsschlag

„Diese Operation ist die bisher umfangreichste und erfolgreichste Aktion des ukrainischen Geheimdienstes in diesem Krieg. Der wahrscheinliche Einsatz von Langstreckendrohnen zeigt, dass die Entscheidung der Bundesregierung richtig war, in die ukrainische Rüstungsindustrie zu investieren“, sagte Militärexperte Carlo Masala den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Ukrainer haben beachtliche Fähigkeiten entwickelt. Sollten die ukrainischen Angaben zu der Zahl der zerstörten Flugzeuge stimmen, wäre das ein schwerer und beispielloser Schlag für die strategische Bomberflotte Russlands“, erklärte Masala weiter.

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Gleichzeitig warnte er: „Die russische Antwort wird wahrscheinlich ein massiver Luftschlag gegen zivile Ziele in der Ukraine sein. Gemäß der neuen Nuklear-Doktrin Russlands wäre theoretisch sogar ein Einsatz taktischer Atomwaffen möglich. Die Forderungen danach werden jetzt in Russland laut werden. Aber ich halte das für ausgeschlossen.“

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