Der Politikbetrieb der deutschen Hauptstadt wäre ohne den Einsatz von Zehntausenden Polizistinnen und Polizisten nicht möglich. An 356 Tagen im Jahr sorgen sie rund um die Uhr dafür, dass die Politik ihren Job machen kann. Und dass Fehler der Politik nicht im Chaos für Bürgerinnen und Bürger enden. Jetzt ist es höchste Zeit, etwas für die Polizei zu tun.

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Die Gewalt und Respektlosigkeit, die die Beamten täglich erfahren, sprengt mittlerweile jede Vorstellungskraft. Wir blicken auf eine „normale“ Hauptstadtwoche: Auf einer Palästinenserdemo wird am Donnerstag ein Beamter absichtlich niedergetrampelt und schwer verletzt. Zwei Tage später sticht ein Täter einem Beamten das Messer in den Hals und verletzt ihn lebensgefährlich. Stunden später ist er schon wieder auf freiem Fuß, weil er gemeldet ist und der Polizist angeblich Einsatzregeln missachtete.

Nach der „Feier“ türkischer Fußballfans mit Pyrotechnik und illegalen Autokorsos auf dem Kudamm bleiben am Sonntag 33 verletzte Beamte zurück.

Jörg Quoos ist Chef der Zentralredaktion.
Jörg Quoos ist Chef der Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

So darf es nicht weitergehen: Hemmschwelle für Gewalt gegen Polizisten sinkt

Die Fälle spielen in Berlin, aber diese Erfahrungen machen die Beamten in fast allen großen Städten Deutschlands. Die Hemmschwelle für Gewalt gegen sie sinkt, und die Unterstützung aus der Politik erschöpft sich erschreckend oft in leeren Worten.

Dabei ist es ganz einfach: Wer einen Polizeibeamten angreift oder beleidigt, greift uns alle an. Daher ist die Erosion des staatlichen Gewaltmonopols kein Polizeiproblem, sondern ein Problem von allen, die sicher und friedlich leben wollen.

Bund und Länder müssen gemeinsam mehr für die Sicherheit der Polizei tun. So wie in der deutschen Hauptstadt darf es nicht weitergehen.