Ausgerechnet Karl Lauterbach: Der scheidende SPD-Gesundheitsminister gehört seit der Corona-Pandemie zu den meistgehassten Politikern in Deutschland. Immer wieder wird Lauterbach angefeindet und bedroht. Rechtsextreme wollten ihn sogar entführen. Dafür wurden vier Männer angeklagt und vom Oberlandesgericht Koblenz zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Am 1. Mai drohte Lauterbach allerdings Gefahr von links. Der Gesundheitsminister war am Berliner Südstern am Rande einer Demonstration zum 1. Mai von Demonstranten erkannt und offenbar auch bedroht worden.

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„Faschistenschwein“ – Chaoten bedrohen Karl Lauterbach

Von dem Vorfall kursiert ein Video, das Lauterbach mit schwarzer Kappe zeigt. Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben, als er von Sicherheitsleuten abgeschirmt durch eine aufgeputschte Menge geschleust wird. Immer wieder wird sein Name gerufen. Die Person, die das Video offenbar aufgenommen hat, bahnt sich den Weg durch die Menge, bis sie Lauterbach sehr nahe kommt. „Hey, du Faschistenschwein“, pöbelt der Mann Lauterbach an. Kurz darauf haben die Bodyguards den Minister in Sicherheit gebracht.

„Heldin“ angesehen: Lauterbach kam aus dem Sputnik-Kino

Am Freitagmittag äußerte sich Lauterbach auf X zu den Hintergründen. „War gestern Abend in dem sehr guten Kinofilm „Heldin“ über eine Pflegekraft im Berliner Sputnik Kino“, schreibt er. Der Film „Heldin“ mit Leonie Benesch in der Hauptrolle war einer der großen Erfolge der diesjährigen Berlinale. Das Kino befindet sich in einem Hinterhof direkt an der Hasenheide – unweit des Südsterns, wo die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration am Abend endete.

Er sei zu Fuß unterwegs gewesen, da die Straße gesperrt war, so Lauterbach weiter. „Musste durch die Menge einer Maidemo. Wurde dort sofort angepöbelt und habe mich in Sicherheit gebracht.“ Lauterbach dankte den Personenschützern des Bundeskriminalamts (BKA) „für die gute Arbeit“. Eine Anzeige Lauterbachs wegen Beleidigung lag am Freitagmittag laut eines Sprechers der Polizei Berlin nicht vor. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigt gegenüber dieser Redaktion, dass auch keine strafrechtlichen Schritte erwogen werden.

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Verbale und körperliche Angriffe auf Politikerinnen und Politiker gehören in Deutschland mittlerweile zum traurigen Alltag. 4923 Delikte wurden im vergangenen Jahr laut Bundesinnenministerium gezählt. Das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

tok/psi