Fragt man Russinnen und Russen, wen sie für die bedeutendste Person der Weltgeschichte halten, dürfte man als Nicht-Russe einigermaßen überrascht sein. Laut einer aktuellen Umfrage des unabhängigen Instituts Lewada kommt Sowjet-Diktator Josef Stalin (1878 - 1953) mit 38 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz. Knapp dahinter folgt auf Platz zwei – Trommelwirbel – Wladimir Putin. 34 Prozent der Befragten gaben ihm seine Stimme. Zwar teilt sich Putin die Silbermedaille mit Russlands Nationaldichter Alexander Puschkin, doch der starke Mann im Kreml dürfte trotzdem zufrieden sein.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Zu Stalin und zur Sowjetzeit generell hat Putin ein gespaltenes Verhältnis. Zwar bezeichnete er den Zusammenbruch des Sowjetimperiums mehrfach als „größte Katastrophe“, doch dem Stalin-Kult, den viele seiner Landsleute pflegen, macht er nicht ohne Weiteres mit. Vielmehr benutzt er das Andenken an den Diktator, wenn es ihm politisch in den Kram passt. So geschehen im Fall von Stalingrad, das seit 1961 Wolgograd heißt. Putin hat dem Flughafen als Zusatzbezeichnung wieder den früheren Namen der Stadt verliehen: Stalingrad. Damit solle an den Sieg des sowjetischen Volkes im Zweiten Weltkrieg erinnert werden, hieß es in dem Erlass, den Putin nach einem Besuch in Wolgograd unterzeichnete.
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Kriegsveteranen wollten angeblich die Umbenennung
Russland bereitet sich in diesen Tagen auf große Feiern zum 80. Jahrestag des Kriegsendes 1945 vor. Gemeinsam mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko erinnerte Putin in Wolgograd an die Schlacht von Stalingrad gegen die deutsche Wehrmacht und verbündete Einheiten im Winter 1942/43. Diese endete mit der Kapitulation der sechsten deutschen Armee unter General Friedrich Paulus und gilt gemeinhin als ein wichtiger Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs.

Die Umbenennung des Flughafens sei eine Bitte von Weltkriegsveteranen wie von Teilnehmern am Krieg gegen die Ukraine, sagte Gouverneur Andrej Botscharow. „Deren Wort ist für mich Gesetz. So machen wir das“, erwiderte Putin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.
tok mit dpa




