Die US-Regierung hat offenbar zwei Familien, darunter drei Kinder und zwei Mütter, abgeschoben, obwohl die Minderjährigen teilweise die US-Staatsbürgerschaft besitzen. Eines der Kinder soll laut der Menschenrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) zudem an Krebs erkrankt sein. Wie ACLU mitteilt, wurden die Familien nach Honduras gebracht. Die Kinder seien sieben, vier und zwei Jahre alt. Eine der Frauen soll zudem schwanger gewesen sein.

Montag, Mittwoch, Freitag

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Familien sollen bereits seit Jahren in den USA gelebt haben. Die Abschiebebehörden wurden im Vorfeld auf die Krebserkrankung eines der Kinder aufmerksam gemacht, dennoch wurde das Kind ohne Medikamente und ohne die Möglichkeit, sich mit seinen behandelnden Ärzten zu beraten, abgeschoben. „Die Grausamkeit und die bewusste Verweigerung rechtlicher und medizinischer Versorgung sind nicht nur rechtswidrig, sondern auch unmenschlich“, heißt es bei ACLU.

Auch interessant

Kind abgeschoben: US-Richter prüft Fall der Zweijährigen

Ein US-Bundesrichter prüft nun zumindest den Fall der Zweijährigen, die wohl trotz ihrer US-Staatsbürgerschaft nach Honduras abgeschoben worden ist. Es gebe den dringenden Verdacht, dass die Regierung eine US-Bürgerin „ohne aussagekräftiges Verfahren“ abgeschoben habe, schrieb der Richter eines Bezirksgerichts in Louisiana, Terry A. Doughty, in einer Entscheidung am Freitag (Ortszeit). Er ordnete eine Anhörung für Mitte Mai in Monroe an.

Dem Gerichtsdokument zufolge wurde das Kind gemeinsam mit seiner Mutter, die illegal in die USA eingewandert sein soll, nach Honduras gebracht. „Die Regierung behauptet, dass dies alles in Ordnung sei, weil die Mutter wünsche, dass das Kind mit ihr abgeschoben werde“, schreibt Doughty. Das Gericht wisse das allerdings nicht. Doughty habe am Freitag versucht, mit der Mutter zu sprechen, um ihr Einverständnis und ihr Sorgerecht zu überprüfen. Doch zu dem Zeitpunkt wurde die Frau bereits nach Honduras gebracht.

News aus den USA

Kritiker bemängeln, dass die Migrationsbehörden seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump einen harten Kurs mit teils überstürzten Entscheidungen verfolgen – und dies trotz Zweifel an der Rechtmäßigkeit von Abschiebungen. Die Pläne werden teils von der Justiz durchkreuzt. Zuletzt etwa stoppte der Oberste Gerichtshof der USA vorerst die Abschiebung Dutzender Venezolaner.

lro mit dpa