Plötzlich sitzen die USA und der Iran wieder am Verhandlungstisch. Dabei hatte der neue-alte US-Präsident in seiner ersten Amtszeit noch das von einigen Staaten mühsam ausgehandelte Atomabkommen mit dem Mullah-Regime aufgekündigt. Kommt sieben Jahre später die Kehrtwende?

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Dass Trump nun auf Diplomatie statt auf militärische Härte setzt, legt zumindest ein Bericht der „New York Times“ nahe. Demnach hatte Israel geplant, im Mai die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Doch das Vorhaben, in dessen Planung auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu involviert gewesen sein soll, stieß in Washington auf Ablehnung. Trump habe Verhandlungen bevorzugt, berichtet die US-Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte Regierungsvertreter und Insider.

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Der Entscheidung seien monatelange interne Diskussionen vorausgegangen. Dabei sei sich die Netanjahu-Regierung der Unterstützung der USA zwischenzeitlich recht sicher gewesen. Die Trump Regierung hatte in der Vergangenheit ihrem harten Ton gegenüber Teheran Taten folgen lassen – etwa als der damalige US-Präsident 2020 die Tötung des iranischen Generals Qassim Soleimani angeordnet hatte.

Dabei ist Israel bei der Umsetzung solcher Schläge auf die Schutzmacht angewiesen, etwa um für eventuelle Gegenschläge aus Teheran gewappnet zu sein. Auch bei der unmittelbaren Umsetzung eines solchen Militärschlags seien die USA beteiligt, berichtet die New York Times. Für die Angriffe auf iranische Nuklearanlagen seien mehrere Szenarien im Gespräch gewesen. Fast alle hätten die Unterstützung des US-Militärs erfordert. Schließlich sei ein Plan für einen Bombenangriff erarbeitet worden, der dem Bericht zufolge mehr als eine Woche dauern sollte. Er hätte die Entwicklung der Atomanlagen um mindestens ein Jahr zurückwerfen sollen.

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Neben einigen Hartlinern in Trumps Sicherheitsstab haben sich wohl die beschwichtigen Stimmen durchgesetzt. Laut der New York Times äußerten unter anderem Verteidigungsminister Pete Hegseth und Vizepräsident JD Vance Zweifel an dem Angriff. Trump habe Netanjahu schließlich seine Entscheidung gegen einen Angriff bei einem Treffen am 7. April im Oval Office mitgeteilt. Bei einer Pressekonferenz im Anschluss kündigte Trump Gespräche zwischen den USA und dem Iran an. Wie schon zuvor drohte er aber mit militärischen Konsequenzen, falls Teheran einem neuen Abkommen zur Begrenzung seines Atomprogramms nicht zustimmen sollte.

Die Gespräche, die am vergangenen Wochenende begannen, werden am Wochenende in Rom fortgesetzt. Die Verhandlungen in der italienischen Hauptstadt werden am Samstag unter Vermittlung des Golfstaats Oman abgehalten, wie das iranische Staatsfernsehen am Mittwoch berichtete.

Zum Auftakt am vergangenen Samstag waren der iranische Außenminister Abbas Araghtschi und der US-Sondergesandte Steve Witkoff nach Maskat gereist. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, warnte am Mittwoch, der Iran sei nicht weit davon entfernt, in den Besitz einer Atombombe zu gelangen. „Es ist wie ein Puzzle, sie haben die Teile und könnten sie möglicherweise eines Tages zusammensetzen“, sagte Grossi der französischen Zeitung „Le Monde“. „Sie sind nicht weit davon entfernt, das muss man anerkennen.“

daw, dpa, afp