Es klingt wie ein Szenario aus dem Kino, doch für Verteidigungsexperten ist es eine reale Gefahr: kriegerische Auseinandersetzungen im Weltraum – und das mit Atomwaffen. Die Nato fürchtet, dass Russland im All atomar aufrüsten könnte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann teilt diese Sorge: „Der Versuch Russlands, das großrussische Reich herzustellen und den Westen mit allen Mitteln zu bekämpfen, ist so brutal wie vielfältig“, sagte die Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament dieser Redaktion. „Daher ist es von allergrößter Bedeutung, dass wir uns auch und mehr denn je mit dem Weltraum beschäftigen.“
Nato-Chef: Russland prüft, Atomwaffen im Weltraum zu platzieren
Nato-Chef Mark Rutte hatte in der „Welt am Sonntag“ gewarnt: „Uns sind Berichte bekannt, wonach Russland die Möglichkeit prüft, Atomwaffen im Weltraum zu platzieren.“ Die militärischen Fähigkeiten Russlands im All sind demnach „veraltet“ und bisher nicht auf dem Niveau des Westens.
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„Darum ist die Entwicklung von Atomwaffen im Weltraum ein Weg für Russland, seine Fähigkeiten zu verbessern“, warnte Rutte. „Das ist sehr besorgniserregend.“ Diese sogenannten Anti-Satelliten-Waffen richten sich dem Nato-Chef zufolge nicht gegen Ziele auf der Erde, sondern gegen Satelliten. Ein Abschuss von Satelliten könnte auf der Erde ein Chaos auslösen, da viele Systeme auf der Erde nur mit Hilfe von Satelliten genutzt werden können.
Expertin: Auf der Erde geführte Konflikte könnten sich in Weltraum verlagern
Kommunikationssysteme im Weltraum steuern das Leben auf der Erde. Mehr als zehntausend Satelliten versorgen Flugzeuge und Schiffe, aber auch Busse und Bankautomaten mit Standortinformationen oder Zeitsignalen. Wettervorhersagen stützen sich auf Daten aus dem All. „Wir müssen davon ausgehen, dass sich auf der Erde geführte Konflikte und Kriege in Zukunft in den Weltraum verlagern“, sagte die Sicherheitspolitik-Expertin Antje Nötzold von der TU Chemnitz unlängst dieser Redaktion.
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„In diesen Zeiten muss man sich alle Bedrohungsszenario vergegenwärtigen“, meint auch Strack-Zimmermann. Es sei daher wichtig, dass der Nato-Generalsekretär diese auch deutlich benenne, denn die sicherheitspolitischen Herausforderungen seien multidimensional. „Es gibt nicht mehr die eine West-Ost-Linie in der Luft, zu Boden und im Meer, wie wir sie bis 1989 im Kalten Krieg kannten“, warnte die FDP-Verteidigungspolitikerin.
Auch die Bundeswehr hat ein Weltraumkommando
Militärstrategen sehen im Weltraum ein Feld künftiger Auseinandersetzungen. Die Nato hat den Weltraum neben Land, Luft, Meer und dem Cyberspace zum militärischen Einsatzbereich erklärt. „In den vergangenen Jahren ist es im Weltraum immer voller, gefährlicher und unvorhersehbarer geworden“, sagte Nato-Chef Rutte der „Welt am Sonntag“. „Wir wissen, dass der Wettbewerb im Weltraum heftig ist und immer erbitterter wird. Und das nicht nur in kommerzieller Hinsicht. Das betrifft unsere gesamte Sicherheit.“

Die Entwicklung beschäftigt auch die Bundeswehr. Die Truppe von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat 2021 ein Weltraumkommando aufgestellt, das bis 2027 auf etwa 230 Mitarbeiter aufwachsen soll.










