Estland hat in der Ostsee einen Öltanker festgesetzt, der zur sogenannten russischen Schattenflotte gehören soll. Nach Angaben der Marine wurde das Schiff „Kiwala“ in estnischen Hoheitsgewässern aufgehalten, um dessen rechtlichen Status und Dokumente zu überprüfen. Der mit EU-Sanktionen belegte Tanker war in Richtung Russland unterwegs und liegt nun in einer Bucht nahe der Hauptstadt Tallinn vor Anker, wie die Behörden auf einer Pressekonferenz mitteilten.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die „Kiwala“ soll nach Angaben der Behörden keinen Flaggenstaat haben. Damit gemeint ist der Staat, in dem das Schiff registriert und nach dessen Recht es tätig ist. „Solche Schiffe dürfen eigentlich nicht auslaufen“, sagte Veiko Kommusaar von der estnischen Polizei- und Grenzschutzbehörde. Daher seien Mitarbeiter der Verkehrs- und Transportbehörde an Bord gegangen, um den technischen Zustand des Schiffs, dessen Versicherung und die Dokumente seiner Besatzung zu prüfen. Auf dem Tanker befinden sich demnach 24 Personen. Der Kapitän stamme aus China und kooperiere.
Auch interessant
Estland setzt Schiff fest: Nehmen „verdächtige Aktivitäten in der Ostsee sehr ernst“
„Estland nimmt verdächtige Aktivitäten in der Ostsee sehr ernst“, schrieb Premierminister Kristen Michal auf der Plattform X. Nach Angaben der estnischen Behörden stehen die Festsetzung des Schiffs und die durchgeführten Untersuchungen nicht mit der Beschädigung kritischer Infrastruktur in Verbindung.
Early this morning, the Estonian Navy detained a sanctioned vessel with no flag state. Our authorities are currently on board, inspecting its legal status and safety.
— Kristen Michal (@KristenMichalPM) April 11, 2025
Estonia takes suspicious activities in the Baltic Sea very seriously. https://t.co/Aate7uSpI3
Artikel über die Ukraine – für Sie recherchiert
Zuletzt hatten mutmaßliche Sabotageakte durch die sogenannte russische Schattenflotte an Kabeln und Leitungen in der Ostsee für Aufsehen gesorgt. Damit sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland benutzt, um Sanktionen infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine zu umgehen und weiter Öl und Gas an befreundete Staaten zu exportieren. Auch Deutschland hat mit dem Tanker „Eventin“ bereits ein Schiff der russischen Schattenflotte beschlagnahmt.
jst/AFP








