Beamte der US-Regierung dürfen wohl nicht mehr selbst entscheiden, mit wem sie eine Liebschaft eingehen: Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, ist es Mitarbeitern der US-Administration in China seit Beginn des Jahres verboten, romantische oder sexuelle Beziehungen mit chinesischen Staatsbürgern einzugehen. Dies gilt laut der amerikanischen Nachrichtenagentur auch für Familienangehörige und Partner von US-Beamten, die in der Volksrepublik tätig sind.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Die Regelung gelte ausschließlich für Mitarbeiter von US-Vertretungen und Konsulaten, die auf dem chinesischen Festland liegen – darunter Shanghai und Hongkong. Eingeführt wurde sie vom scheidenden US-Botschafter Nicholas Burns – und das fast zeitgleich mit dem Amtsantritt von Donald Trump im Januar, wie vier anonyme Quellen der Nachrichtenagentur sagten. Zuvor habe die „Nichtfraternisierungspolitik“ lediglich eingeschränkt für Wach- und Hilfspersonal in der US-Botschaft gegolten. Wie allerdings eine romantische Beziehung definiert ist, konnte AP nicht herausfinden. Sowohl die Kommunistische Partei Chinas als auch die US-Regierung kommentierten eine erbetene Stellungnahme nicht.
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Ausnahmen bestünden nur für diejenigen, die bereits vor der Einführung der „Nichtfraternisierungspolitik“ eine Beziehung zu chinesischen Staatsbürgern gepflegt hätten. Sollte allerdings eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt werden, müssten die betroffenen Mitarbeiter der US-Regierung die Beziehung beenden oder ihre Stelle aufgeben. Bei Zuwiderhandeln müssten die Beamten China verlassen, so die anonymen Quellen gegenüber AP.
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Noch-Botschafter Nicholas Burns setzt damit eine Regelung in Kraft, deren Existenz seit dem Fall des Eisernen Vorhangs nicht mehr bekannt ist. Aus Dokumenten des Außenministeriums geht hervor, dass ein Verbot von Liebschaften zuletzt 1987 für im Ostblock oder in China stationierte Soldaten galt. Damals sei eine Marine in Moskau von einem sowjetischen Spion verführt worden. Ob die nun bekannten Regelements auch für andere Länder gelten, ist zwar nicht bekannt – könne aufgrund der Geheimhaltungsklausel solcher Anordnungen aber auch nicht ausgeschlossen werden.
„Der MSS (chinesische Ministerium für Staatssicherheit) nutzt jede menschliche Verbindung eines Ziels, um Informationen zu sammeln“, sagte CIA-Analyst Peter Mattis gegenüber AP. „Diese Regeländerung deutet darauf hin, dass der MSS deutlich aggressiver versucht, Zugang zur Botschaft und zur US-Regierung zu erhalten.“ Aufgrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und China scheinen die Befürchtungen groß, dass sensible Informationen durch Spione auf vermeintlich privatem Weg in die falschen Hände gelangen. Auch die chinesische Regierung verhängte ähnliche Regelungen für das eigene Personal, wie AP mit Verweis auf entsprechende Berichte schreibt. Demnach sei es vielen Regierungsangestellten, Militärs oder der Polizei untersagt, intime Kontakte mit Ausländern zu pflegen.
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