In einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa kommt die AfD auf 24 Prozent – und damit auf genau so viele Prozentpunkte wie CDU/CSU. Bei der Bundestagswahl hatte die Union noch 28,6 Prozent erreicht, die AfD 20,8 Prozent. Laut „Bild“-Zeitung, für die die Umfrage erhoben wurde, liegen Union und AfD erstmals in der Geschichte gleichauf.

Die Umfragewerte im Überblick:

  • CDU/CDU: 24 Prozent
  • AfD: 24 Prozent
  • SPD: 16 Prozent
  • Grüne: 11 Prozent
  • Linke: 11 Prozent
  • BSW: 4 Prozent
  • FDP: 4 Prozent
  • Sonstige: 6 Prozent

Die Umfrage erfolgte vom 31. März bis zum 4. April unter 1206 Befragten. Die maximale Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,9 Prozent.

Während sich CDU/CSU und AfD bei der Sonntagsfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, verharrt die SPD bei 16 Prozent. Grüne und BSW verlieren jeweils einen Prozentpunkt, Linke und FDP gewinnen einen Prozentpunkt hinzu.

Neue Umfrage: CDU/Union mit „dramatischem Absturz“ – Keine Mehrheit für Schwarz-Rot

„Die Union legt einen dramatischen Absturz hin. So einen Zustimmungsverlust gab es noch nie in der Zeit zwischen Bundestagswahl und Regierungsbildung“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert der Zeitung.

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Welche Koalitionen wären auf Grundlage dieser Zahlen möglich? Parlamentarische Mehrheiten gibt es mit über 43 Prozent. Ein Bündnis aus CDU/CSU und SPD würde hingegen nur auf 40 Prozent kommen.

AfD-Chefin Alice Weidel
Alice Weidel, Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD.© DPA Images | Kay Nietfeld

Für eine Regierungsbildung wäre also ein dritter Partner wie Grüne oder Linke nötig. Auch eine Koalition aus Union und AfD käme zusammen mit 48 Prozent auf die notwendige Mehrheit. Friedrich Merz lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die neuen Zahlen des Instituts Insa bestätigen Umfragewerte, die Forsa in der vergangenen Woche erhoben hatte. Forsa ermittelte bei der Sonntagsfrage für die AfD einen Wert von 25 Prozent; die Union kann bei dieser Umfrage einen hauchdünnen Vorsprung behaupten und erreicht 26 Prozent.

Unruhe in der CDU – schlechte Stimmung in Ortsverbänden

In der CDU macht sich Unruhe breit. „Ich möchte mir nicht ausmalen, was das für die öffentliche Debatte und die Stimmung in der Partei bedeutet, wenn wir vielleicht demnächst mal eine Umfrage erleben, wo die AfD sogar die Nase vorne hat“, sagte Dennis Radtke, Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, im Deutschlandfunk.

CDU-Politiker berichten von schlechter Stimmung in den Ortsverbänden, insbesondere der Kurswechsel bei der Neuaufnahme hoher neuer Schulden stößt auf Unverständnis an der Basis. Im neuen „Deutschlandtrend“ bescheinigen 68 Prozent der CDU, bei dem Kurswechsel „nicht glaubwürdig“ zu wirken.

SPD-Chefin Esken: „Kommt darauf an, dass wir jetzt liefern“

 SPD-Chefin Saskia Esken setzt darauf, dass eine schwarz-rote Koalition dem kriselnden Deutschland wieder Auftrieb gibt und so der AfD Nährboden entziehen kann. „Um die AfD wieder kleiner zu machen, kommt es darauf an, dass wir jetzt liefern. Dass wir einen Koalitionsvertrag aufschreiben, uns Vorhaben vornehmen, die wir auch erfüllen können“, sagte Esken angesichts der neuen Umfragewerte für die AfD.

SPD-Chefin Saskia Esken äußert sich vor der Fortsetzung der Verhandlungen in der CDU-Zentrale in Berlin.
SPD-Chefin Saskia Esken äußert sich vor der Fortsetzung der Verhandlungen in der CDU-Zentrale in Berlin.© dpa | Christophe Gateau

Man müsse „dafür sorgen, dass die Daseinsvorsorge wieder verlässlich den Menschen auch zur Seite steht, dass sie Sicherheit haben, auch was ihre Arbeitsplätze anbelangt. Und dann werden wir es auch schaffen“, sagte Esken mit Blick auf die AfD. 

Mit den Finanzpaketen für Infrastruktur und Verteidigung sei schon vieles vorangebracht worden. „Aber ganz klar muss weiterhin geklärt werden: Wie stabilisieren wir unsere Rente? Wie sorgen wir dafür, dass Bildung und Betreuung gerechter und verlässlicher wird und vieles andere mehr.“ 

Sie hoffe, dass man bald zu einem guten Abschluss komme, sagte Esken. Auf einen Zeitraum dafür wollte sie sich nicht festlegen. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zu einem Abschluss kommen, aber über den Termin kann ich keine Angaben machen.“ An diesem Sonntag soll dem Vernehmen nach nicht in großer Runde in Präsenz in Berlin verhandelt werden.

Aktuelle Umfragen: Merz unter großem Druck

CDU-Chef Merz steht nun parteiintern unter großem Druck, der SPD in den Koalitionsverhandlungen zumindest Zugeständnisse bei der versprochenen Verschärfung der Migrationspolitik abzutrotzen. Der Christdemokrat, der bei seinem Antritt als CDU-Chef noch eine Halbierung der AfD-Werte versprochen hatte, muss inzwischen Zweifel an seinem Verhandlungsgeschick ausräumen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU).
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU).© dpa | Christophe Gateau

Einer der Top-Verhandler der Union äußert sich indes zuversichtlich mit Blick auf einen Abschluss der Koalitionsverhandlungen in der kommenden Woche. „Es gibt noch jede Menge Punkte, über die wir uns heute unterhalten müssen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nächste Woche zu einem Ergebnis kommen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), vor der Fortsetzung der Beratungen in der CDU-Zentrale in Berlin.

Es gehe darum, die Verhandlungen „so zügig wie möglich, aber auch so gut wie möglich abzuschließen“, sagte Frei. Wenn man zu einem guten Ergebnis komme, werde es der Union am stärksten helfen, aus dem aktuellen Umfragetief herauszukommen. „Am Ende des Tages geht es darum, für Deutschland eine gute Regierung zu bilden, eine starke Regierung zu bilden, die in der Lage ist, die Herausforderungen zu bewältigen.“

bee/afp