Russlands Militärblogger überbieten sich derzeit an Häme: „Sie haben uns einen Esel gegeben. Er ist im Unterstützungszug im Einsatz“, schreibt einer. Und der prominente Telegram-Kanal „Zwei Majore“ witzelt: „Die russische Armee ist wegen ihres enormen Einfallsreichtums unbesiegbar. Der Feind ist absolut nicht in der Lage, unsere Lösungswege für militärische Probleme vorauszuahnen, weil wir sie selbst kaum glauben oder vorhersagen können.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Ausgiebig wurde auf diversen Telegram-Kanälen ein Audiomitschnitt geteilt, auf dem ein Mann, vermutlich Soldat, Logistikprobleme an Russlands Front beschreibt. Dazu gibt es auch ein Video von einem einen Esel im Stall. Wo genau es aufgenommen wurde, das ist unbekannt. Andere Bilder und Videos zeigen Soldaten, die auf Pferden an die Front reiten. Ende Februar etwa kursierte ein Video, das einen Esel zeigte, der offenbar Mörsergranaten trug. Und ein pro-russischer Telegram-Kanal weist darauf hin, dass der Esel an sich als genehmigtes Lasttier ausdrücklich auf einer speziellen Liste steht.
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Russland: Esel und Pferde im Krieg – das bietet ein paar Vorteile
Pferde und Esel im Kriegseinsatz, sogar angeblich „offiziell vom Verteidigungsministerium“ angeordnet. Ist Russlands Armee tatsächlich so auf den Hund, beziehungsweise auf den Esel gekommen? Mitnichten. Versorgungsgüter und Munition werden nach wie vor überwiegend per Bahn und LKW an die Front gebracht. Doch der tierische Kampfeinsatz schlug Wellen. In schwierigem Gelände wird manchmal der Esel zur Geheimwaffe, das musste Generalleutnant Viktor Sobolew erklären, immerhin Mitglied des Verteidigungsausschusses des russischen Parlaments. Gegenüber dem Portal „gaseta.ru“ betonte er, der Einsatz von Eseln als Transportmittel sei gängige Praxis.
Unbestreitbar bieten sie ein paar Vorteile: Esel und Pferde können von Drohnen nicht so leicht als Ziele ausgemacht werden, anders als Autos. Sie sind geländegängig und kommen auch dort durch, wo große Fahrzeuge nicht hindurchpassen oder der Untergrund zu schwierig ist.
Allerdings sehen Militärexperten auch Probleme und deuten den Einsatz der Huftiere als Eingeständnis, dass im Ukraine-Krieg nicht alles so rund läuft. „Tiere sind langsamer als Autos, und ihre Ladekapazität ist viel geringer“, sagt etwa der russische Analyst Jan Matweew. Hinzu komme, dass die Tiere gepflegt und gefüttert werden müssten. Das ist verhältnismäßig aufwendig. Beobachter wie Matweew gehen deshalb eher davon aus, dass es sich bei den eingesetzten Tieren um Einzelfälle handelt. Gleichwohl ist klar, dass es der russischen Armee durch ihre Kriegsverluste an Fahrzeugen fehlt. Auch E-Scooter sollen schon eingesetzt worden sein.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Schon Hannibal besaß Kriegselefanten: Tiere im Krieg haben eine lange Geschichte
Kreativ mussten die Menschen in allen Kriegen werden, und das umfasste schon immer den Einsatz von Tieren. Sicher, Hannibals Kriegselefanten aus dem zweiten Punischen Krieg 218 vor Christus sind aus der Mode gekommen und wurden durch gepanzerte Gefechtsfahrzeuge ersetzt. Doch Tragtiere gibt es nach wie vor – auch bei der Bundeswehr. ‚Manni‘, der Maulesel, zum Beispiel dient bei den Gebirgsjägern im bayerischen Bad Reichenhall. Dort gibt es sogar ein „Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen“. ‚Manni‘ ist absolut kriegstüchtig, hat eine „intensive Ausbildung“ durchlaufen, ist an „Schusslärm gewöhnt“. Das alles kann man seinem „Jobportrait“ auf der Bundeswehr-Homepage entnehmen. Und ja, Fressen gibt’s auch: „Ohne Mampf kein Kampf“, so steht es da gekonnt gereimt.

Tiere im Krieg haben eine lange Geschichte. Was heute Starlink ist, das waren im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 Brieftauben. Glühwürmchen nutzte man im Ersten Weltkrieg als Lichtquellen im dunklen Schützengraben. Kanarienvögel warnten vor Giftgas. Delfine sind heute noch im Einsatz. Sie sollen feindliche Sabotage-Taucher abwehren. Die US-Armee trainierte diese Tiere für militärische Zwecke. Und angeblich sollen Delfine auch die russische Schwarzmeerflotte schützen. Nachprüfen kann man das nicht.

Pferde und Esel gehören in der russischen Armee zum Alltag. Die ukrainische Armee hingegen ist auf den Hund gekommen. Genauer: auf einen Minensuchhund namens ‚Patron‘. Dem Jack-Russell-Terrier hatte Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj sogar einen Orden verliehen. Für besondere Verdienste bei der Minensuche – eines der größten Probleme auf den Schlachtfeldern in der Ukraine.











