„Am amerikanischen Wesen soll die Welt genesen“ – frei nach dem alten Wilhelm II. – ist das neue Motto im Weißen Haus. Neben den Strafzöllen, mit denen der Rest der Welt diszipliniert werden soll, mischt sich die US-Administration unter Donald Trump jetzt in die ethischen Grundsätze der Großkonzerne ein, die mit den USA handeln.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Firmen sollen ihre Diversitätsprogramme abschaffen und eine gezielte Förderung von Frauen, Behinderten oder Menschen mit Migrationshintergrund einstellen, sonst drohen wirtschaftliche Konsequenzen.
Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert
Man mag unterschiedlicher Meinung sein, wie weit Diversitätsprogramme gehen sollten. Aber diese Beurteilung überlässt man besser keinem Mann, der schon empfahl, Frauen einfach in den Schritt zu greifen. Und das Versenden von Fragebögen sowie die Androhung eines Endes der Zusammenarbeit ist eine Einmischung der Regierung Trump, die sich weder ein Staat noch ein Unternehmen gefallen lassen darf.

Regeln bestimmen wir immer noch selbst: Europa muss eine Antwort auf Trump finden
Dass erste Firmen wie Roche und Novartis einknicken ist ein Alarmsignal und wird deren Abhängigkeit vom US-Markt eher zementieren.
Mit der Brechstange will Donald Trump der Welt eine Ideologie überhelfen, die jahrzehntelangen Bemühungen um mehr Gerechtigkeit den Garaus macht. Besonders tragisch ist dabei, dass viele Leitlinien zur Gleichberechtigung aus den 60er Jahren der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung stammen. Trump legt also Hand an Errungenschaften der eigenen Geschichte.

Europa muss – wie bei den Zöllen – eine Antwort auf diese Übergriffigkeit finden und der missionarischen US-Administration klarmachen: Die Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens bestimmen wir immer noch selbst.









