Mit einem solchen Satz hatten die Zuschauerinnen und Zuschauer der 20-Uhr-Tagesschau am Sonntag wohl nicht gerechnet: Moderator Jens Riewa zitierte den US-Präsidenten Donald Trump wörtlich – und griff dabei auch auf eine wenig salonfähige Redewendung zurück. Für einen kurzen Moment wurde es ungewohnt direkt im traditionsreichsten Nachrichtenformat des Landes.
Tagesschau: Riewa zitiert brisanten O-Ton zur besten Sendezeit
Riewa moderierte einen Beitrag über Trumps jüngste Äußerungen zu Wladimir Putin. Zunächst übersetzte er, Trump sei „stinksauer“ auf den russischen Präsidenten. Dann griff er zur Moderationskarte – und las das englische Originalzitat vor, das Trump gegenüber dem Sender NBC geäußert hatte: „I was very angry and pissed off“.
Ein Satz, der auch im englischsprachigen Raum als unflätig gilt – und im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur besten Sendezeit für Verwunderung sorgte. Dass sich die Redaktion dennoch für die ungekürzte Wiedergabe entschied, dürfte kein Zufall gewesen sein: Trumps Tonfall lässt sich in der deutschen Übersetzung nur bedingt wiedergeben. Das Originalzitat vermittelt deutlich mehr von der Wucht und Wut, mit der der US-Präsident auf Putins Äußerungen reagierte.
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ARD-Journalistin reagiert überrascht auf Trump-Zitat
Auch innerhalb der ARD blieb der ungewöhnliche Moment nicht unbemerkt. Ina Ruck, langjährige Auslandskorrespondentin mit Stationen in Washington und Moskau, reagierte auf X überrascht: „Nä!! Dass ich das noch erlebe! Hat Jens Riewa gerade ‚I was very angry and pissed off‘ gesagt in der Tagesschau um acht?“

Die Szene sorgte auch außerhalb der ARD für Aufsehen. So schrieb der CDU-Politiker Stefan Hennewig auf X: „Man muss erst 51 Jahre alt werden, um Jens Riewa in der Tagesschau mal richtig fluchen zu hören“.
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Hintergrund: Putins Selenskyj-Kritik
Auslöser für Trumps scharfe Worte war ein Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin: Der russische Präsident hatte öffentlich die Legitimität des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj in Frage gestellt und vorgeschlagen, die Ukraine unter die Aufsicht der Vereinten Nationen zu stellen – inklusive international organisierter Neuwahlen. Für Trump offenbar ein Affront, der eine klare Reaktion erforderte: Er kündigte ein weiteres Gespräch mit Putin an – und drohte im gleichen Atemzug mit Sanktionen gegen die russische Ölindustrie, sollte Moskau keine Bereitschaft zu Friedensverhandlungen zeigen.
News aus den USA
Der Kurswechsel Trumps gegenüber Selenskyj ist bemerkenswert. Noch im Februar hatte er den ukrainischen Präsidenten als „Diktator ohne Wahlen“ bezeichnet – wohl wissend, dass in der Ukraine aufgrund des Kriegsrechts derzeit keine regulären Wahlen möglich sind. Zudem behauptete Trump ohne Beleg, Selenskyjs Rückhalt in der ukrainischen Bevölkerung sei „im Keller“.











