Nach Bekanntwerden der Sicherheitspanne um die per Chat besprochenen Angriffspläne der US-Regierung hat das US-Magazin „The Atlantic“ nachgelegt. Chefredakteur Jeffrey Goldberg, der mitlesen konnte, wie hochrangige Regierungsmitglieder über Militärschläge sprachen, veröffentlichte am Mittwoch den gesamten Nachrichtenverlauf aus dem Chat. Goldberg war offenbar versehentlich in die geheime Signal-Gruppe eingeladen worden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Nachrichten zeigen, wie Verteidigungsminister Pete Hegseth die US-Angriffe auf den Jemen in Echtzeit beschreibt. Dabei nennt er konkrete Einzelheiten zu den geplanten Angriffen, etwa den genauen Zeitpunkt der Drohnen- und Raketenangriffe. „1536: Start des zweiten F-18-Angriffs – außerdem werden die ersten seegestützten Tomahawks gestartet“, schrieb Hegseth beispielsweise. Und das Stunden bevor die Flieger abheben.

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Anschließend informiert er die Regierungsmitglieder über die getroffenen Ziele. Unter den Mitgliedern der Chatgruppe war auch Vizepräsident JD Vance, der den erfolgreichen Militärschlag lobte. „Exzellent“, schrieb Vance, während der Nationale Sicherheitsberater, Michael Waltz, mit drei Emojis reagierte: einer Faust, der US-Flagge und einer Flamme.

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US-Regierung versucht, Panne herunterzuspielen

Die neusten Veröffentlichungen des US-Magazins sind auch eine Reaktion auf die Versuche der US-Regierung, die Sicherheitspanne herunterzuspielen. Chefredakteur Goldberg hatte zunächst erklärt, keine konkreten Informationen über Militäroperationen veröffentlichen zu wollen. „The Atlantic“ hatte sich nach eigenen Angaben deswegen dazu entschieden, die per Chat besprochenen Angriffspläne nur zu beschreiben, jedoch keine spezifischen Details preiszugeben.

Seit Bekanntwerden des Chat-Skandals leugnen jedoch Teile der US-Regierung, geheime Informationen über den Messenger-Dienst verbreitet zu haben. Pete Hegseth sagte etwa: „Niemand hat Kriegspläne getextet. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“ Auch US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, es habe sich „nicht um geheime Informationen“ gehandelt, die in dem Chat besprochen wurden.

Ähnlich hatten sich die Direktorin des nationalen Geheimdienstes, Tulsi Gabbard, und der Direktor der CIA, John Ratcliffe, bei einer Befragung des Senats geäußert.

„The Atlantic“ legt brüchige Argumentation der US-Regierung offen

Mit der Veröffentlichung des gesamten Chatverlaufs dokumentiert „The Atlantic“ nun, dass diese Behauptungen kaum haltbar sind. Das Magazin beschreibt, dass Chefredakteur Goldberg durch die Chatnachrichten zwei Stunden vor dem geplanten Beginn der Bombardierung der Huthi-Stellungen über die Angriffe informiert gewesen war.

„Wären diese Informationen (...) in diesen entscheidenden zwei Stunden in die falschen Hände geraten, wären amerikanische Piloten (...) möglicherweise einer noch größeren Gefahr ausgesetzt gewesen, als normalerweise“, konstatiert das Magazin.