Amy Klobuchar, die frühere demokratische Präsidentschaftskandidatin, macht sich die Notlage des Weißen Hauses mit Sarkasmus zunutze. Auf politischen Kundgebungen sagt sie an die Adresse von Republikanern, die auf ihre regelmäßig robuste Kritik an Donald Trump am liebsten mit einem Eierwurf antworten würden: „Ihr könnt nicht. Weil sie zu teuer sind.“ 

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die aus dem landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat Minnesota stammende Senatorin hat recht. Die Eierpreise sind im Februar, dem ersten vollen Monat der Amtszeit des republikanischen Präsidenten, im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent gestiegen. Vielerorts kostet ein Dutzend Dotter-und-Eiweiß-Spender im Supermarkt bis zu zehn Dollar; ungefähr so viel wie ein Munitions-Magazin für die beliebten Schnellfeuergewehre.

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Für Trump ist das mehr als misslich. Im Wahlkampf hatte er seine Punkte beim Wähler nicht damit gemacht, Ozeane und Berge mit nationalistischem Timbre umzubenennen und den Staatsapparat von einem Leiharbeiter namens Musk kurz und klein zu sparen. Sondern mit dem gebetsmühlenartigen Versprechen, die seit der Corona-Pandemie hohen Verbraucherpreise radikal zu senken. Allen voran die für „eggs“, von denen die Amerikaner pro Kopf und Jahr statistisch im Schnitt 280 Stück (Deutschland: 236) vertilgen. 

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USA: Eier-Preise explodieren – politischer Prüfstein für Donald Trump?

Aber das Gegenteil ist der Fall. Selbst wenn, wie just passiert, die Eierpreise um 15 Prozent nachgaben, sind sie im Vergleich zu 2019 immer noch entschieden zu hoch. Damals kostete ein Dutzend Eier 1,20 US-Dollar. 

Trump redet öffentlich ungern über das symbolträchtige Thema, das für ihn nach Ansicht von Analysten zum politischen Prüfstein vor den Zwischenwahlen im Kongress 2026 werden kann – weil es alle Einkommens- und Verbraucherschichten betrifft. 

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Und wenn doch, dann versucht er das Dilemma wahrheitswidrig seinem Vorgänger Joe Biden anzuhängen. Intern aber nimmt er, wie intensive Ruderbewegungen des Landwirtschaftsministeriums bezeugen, die Sache durchaus ernst. 

Brooke Rollins, seine neue Agrar-Ministerin, hat ihre Scouts beauftragt, auf dem Weltmarkt die weiße Eier-Fahne zu hissen. Etliche Länder, etwa Dänemark, Finnland, Deutschland und die Türkei, wurden trotz aller Fuchteleien mit Strafzöllen gebeten, Export-Möglichkeiten in die USA auszuloten. Nur Ankara hat sich bereit erklärt, rund 15.000 Tonnen Eier über den Atlantik zu expedieren.

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Problem dabei: Es gibt nach Angaben von Fachleuten kaum Eier-Überschüsse, sondern vielmehr Mangel fast allerorten. Deutschland etwa produziert nur knapp 75 Prozent der verbrauchten Eier selbst. Der Rest wird importiert, meist aus den Niederlanden. 

Dazu kommt, dass die Vogelgrippe, die seit 2022 allein in den USA zur Zwangstötung von rund 170 Millionen Hennen, Truthähnen und anderem Geflügel geführt hat, die „Lieferkette“ nachhaltig stört.

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Allein beim nördlichen Nachbarn Kanada, den Trump regelmäßig mit Annexions-Plänen piesackt, kennt man die Probleme nicht, die in den USA zu Eier-Aufschlägen von 50 Cent in beliebten Ketten wie „Denny's“ oder „Waffle House“ geführt haben und Supermärkte wie Aldi und Costco zu Rationierungen zwingen: maximal zwei bzw. drei Dutzend Eier pro Kunde. 

Ein Grund für die bessere Lage in Kanada: Dort gibt es anders als in den Vereinigten Staaten kaum Massentierhaltungsbetriebe mit einer Million Hennen und mehr, die anfällig für Ansteckungen sind, die dann regelmäßig zu Massentötungen führen. Was das bedeutet, zeigte sich kürzlich auf einer Farm in Indiana. 2,5 Millionen Hennen wurden gekeult. Das Grab war laut Satelliten-Aufnahmen fast doppelt so groß wie ein Fußballfeld.

News aus den USA

USA: Abschiebungen Trumps setzen Geflügel-Betriebe zusätzlich unter Druck

Ein Blick in soziale Medien und Leser-Kommentarspalten in den Zeitungen beweist: Viele Amerikaner spüren massiven Verdruss über die Tatsache, dass Trump bei einem vergleichsweise simplen Küchentisch-Thema wie Eier die Krise nicht in den Griff kriegt. Und die Vorzeichen für die Zukunft stehen nicht günstig.

Nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC hat sich die Vogel-Grippe bereits auf mehrere hundert Milchkühe und einen Menschen ausgebreitet. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) kündigte kürzlich einen milliardenschweren Plan an, um dem Problem entgegenzuwirken, mit Mitteln für verbesserte Bio-Sicherheit, Impfstoffforschung und Entschädigungen für die Bauern.

Letztere sind auch deshalb alarmiert, weil nach brancheninternen Schätzungen fast 70 Prozent der Arbeitskräfte in Hühner-Fabriken Einwanderer sind. Davon besitzen etwa 40 Prozent keine gültigen Aufenthaltspapiere. Hält Trump an seiner rigiden Politik der Massendeportationen von Illegalen fest, würde viele Betriebe zusätzlich ins Schlingern geraten.

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    Das Weiße Haus übt sich unterdessen in Durchhalteparolen. Die Großhandelspreise für Eier seien auf dem Rückmarsch. Man müsse nur noch etwas warten, bis sich das an der Ladentheke niederschlägt, heißt es. Trumps Ministerin Rollins schlug zur Überbrückung vor, dass sich die Bürger, so Gärten etc. vorhanden, einfach ein paar Hühner für den Tagesbedarf auf die Wiese stellen sollen.

    Eine Idee, die vier Wochen vor Ostern, wahrscheinlich auch First Lady Melania Trump gut findet. Am 21. April lädt sie zum 147. „Easter Egg Roll“ auf den South Lawn des Weißen Hauses. Tausende Kinder, deren Eltern eines der begehrten Tickets ergattert haben, werden dann wieder in Rufweite des Oval Office mit Kochlöffeln Hartgekochtes über die Ziellinie bugsieren. Es werden die teuersten Eier aller Zeiten.