Wenn Elon Musk zu wichtigen Terminen erscheint, sind seine Kinder oft dabei. So auch bei der bizarren Medienveranstaltung am Dienstag vor dem Weißen Haus, bei der Donald Trump die Werbetrommel für Musks Automarke Tesla rührte. Wieder war der vierjährige Sohn „Lil X“ mit von der Partie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Schon einige Tage zuvor war „Lil X“ im Oval Office mit dabei. Während Musk mit Trump über Technologie und Regierungsprozesse diskutierte, spielte der Junge auf dem Boden und zog gelegentlich die Blicke der anwesenden Politiker auf sich. Auch am Tag zuvor war der Vierjährige gemeinsam mit zwei seiner Geschwister bei einem Treffen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi anwesend. Und: Musk besuchte den türkischen Präsidenten Erdogan mit seinem Sohn, nahm diverse öffentliche Termine in der Vergangenheit gemeinsam mit einem seiner Kinder wahr.

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Elon Musk: Sohn Lil X als „emotionale Unterstützung“

Warum sind Musks Kinder so häufig an seiner Seite? Kommunikationswissenschaftler vermuten eine gezielte Strategie dahinter. „Die Einbeziehung der Kinder ist ein bewusstes Mittel, um Musk sympathischer erscheinen zu lassen“, sagt Kurt Braddock, Professor für öffentliche Kommunikation an der American University, dem britischen Sender BBC. Die Bilder eines einflussreichen Unternehmers, der zugleich ein fürsorglicher Vater ist, könnten helfen, sein Image zu verbessern – insbesondere, da er nicht nur als Tech-Milliardär, sondern nun auch als Regierungsmitglied im Fokus steht.

Musk joins President Trump at signing of Execurive Order
Musk mit Sohn Lil X und Trump im Oval Office.© AFP | JIM WATSON

Neben der Imagepflege könnte Musks Entscheidung, seine Kinder mitzunehmen, laut Braddock noch eine andere Funktion haben: Ablenkung. „Die Kinder lenken die Aufmerksamkeit auf sich und damit weg von möglichen kritischen Themen, die bei Musks Auftritten diskutiert werden könnten“, meint der Kommunikations-Professor. Auch Jon Haber, strategischer Kommunikationsberater mit Erfahrung in mehreren Präsidentschaftswahlkämpfen, sieht darin eine bewusste Taktik. „Für Trump und seine Verbündeten gilt: Je mehr Chaos herrscht, desto weniger kann sich jemand auf eine einzelne Kontroverse konzentrieren.“

Doch es regt sich auch Kritik an dieser Strategie, nicht zuletzt in der Familie. Grimes, Musks Ex-Partnerin und Mutter von X, kritisierte beispielsweise den Auftritt ihres Sohnes im Oval Office deutlich. „Er sollte nicht so in der Öffentlichkeit stehen“, schrieb sie auf der Plattform X. Bereits in einem früheren Interview hatte sie betont, dass sie es nicht gut finde, wenn ihr Sohn für öffentliche Auftritte genutzt werde.

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Musks Familie ist längst Teil seines öffentlichen Images

Musks Kinder sind nicht erst seit seiner politischen Karriere ein Teil seines öffentlichen Lebens. Bereits vor zehn Jahren, als er noch vor allem als Unternehmer bekannt war, nahm er sie mit zu Veranstaltungen von Tesla und SpaceX.

US President Trump unveils a Tesla car at the White House
Donald Trump, Elon Musk und Lil X vor dem Weißen Haus.© AFP | MANDEL NGAN

Heute, mit insgesamt zwölf Kindern von drei verschiedenen Frauen, scheint sich dieses Muster fortzusetzen – nun allerdings nicht mehr nur in der Umfeld seiner Unternehmensgeschäfte, sondern auch in der Politik. Über seinen Sohn Lil X, dessen Name an die Umbenennung von Twitter in „X“ erinnert, schrieb Musk selbst auf dem Kurznachrichtendienst, dass ihm als „emotionale Unterstützung“ diene. Ob es sich bei der Einbindung seiner Kinder um Vaterliebe oder um eine bewusste Inszenierung handelt, bleibt umstritten. Klar ist: Musks Familie ist längst Teil seines öffentlichen Images – und damit auch Teil des aktuellen politischen Spektakels in den USA.

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