In der Tradition mittelalterlicher Bilderstürmer wüten die neuen Machthaber im Weißen Haus derzeit gegen alles, was in ihren Augen „woke“ ist. Schon im Wahlkampf hatte Donald Trump angekündigt, Programme zur Inklusion und Diversität zu streichen. Geschichte soll umgeschrieben, unliebsame Begriffe sollen aus dem Sprachschatz getilgt werden. In Washington haben Bauarbeiten zur Entfernung der berühmten Kunstinstallation „Black Lives Matter“ begonnen, dem auf einer Straße nahe dem Weißen Haus angebrachten Namen der Protestbewegung gegen exzessive Polizeigewalt gegen Afroamerikaner. Das Ganze erinnert immer mehr an Margaret Atwoods dystopischen Roman „The Handmaid‘s Tale“ und die darauf basierende Fernsehserie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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In seinem absurden Kampf gegen Diversität, Gleichheit und Inklusion will das Pentagon auch mehr als 26.000 Bilder von seiner Webseite entfernen. Es geht um Fotos, auf denen schwarze Militärangehörige oder Frauen in der US-Army zu sehen sind. Bei der irrsinnigen Löschaktion geht die Administration vollkommen willkürlich oder auch komplett ignorant vor, wie das Beispiel des Atombombers „Enola Gay“ zeigt.
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Kamppilot benannte Hiroshima-Bomber nach seiner Mutter
Der B-29-Kampfflieger ist die Maschine, aus der am 6. August 1945 die erste Atombombe abgeworfen wurde. In der japanischen Stadt Hiroshima starben nach Schätzungen bis zu 170.000 Menschen. Auch am zweiten Abwurf einer Atombombe über der Stadt Nagasaki wenige Tage später war die „Enola Gay“ als Begleitflugzeug beteiligt. Heute steht der Bomber als historisches Ausstellungsstück im Steven F. Udvar-Hazy Center im US-Bundesstaat Virginia.
Wie kommt es nun, dass auch Fotos des Hiroshima-Bombers von den Servern des Pentagon entfernt werden sollen? Grund dafür ist wohl, dass er das Wort „Gay“ in Namen führt, also das englische Wort für „schwul“. Gay bedeutete ursprünglich eigentlich „fröhlich“, das Wort kommt mit dieser Semantik dutzendfach in Shakespeare-Stücken vor. Kampfpilot Colonel Paul W. Tibbets benannte das Flugzeug nach den beiden Vornamen seiner Mutter – eben Enola Gay. Noch in den 1940er-Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, „gay“ mit Homosexualität in Verbindung zu bringen.
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Nach Bekanntwerden der Streichliste, über die zuerst die von Trump aus dem Weißen Haus verbannte Nachrichtenagentur AP berichtet hatte, hatten die Verantwortlichen im Pentagon ein Einsehen. Die Fotos der „Enolay Gay“ werden nun doch nicht gelöscht. Ebenso wenig Fotos der „Tuskegee Airmen“, einer rein afroamerikanischen Jagdstaffel im Zweiten Weltkrieg. Auch diese Bilder waren zur Löschung vorgesehen worden.
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