Hunderte Stunden Arbeit stecken in dem Jahresbericht der Wehrbeauftragten. Eva Högl ist landauf, landab unterwegs gewesen, hat deutsche Soldatinnen und Soldaten von Fehmarn bis Goa in Indien besucht. Ihr 183 Seiten langer Bericht ist eine akribische Bestandsaufahme über den Ist-Zustand der Bundeswehr. Und doch erscheint das Dokument bereits am Tag seines Erscheinens veraltet, da die Truppe in Zukunft möglicherweise so viel mehr leisten muss.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Sei es der Personalbedarf, der Materialmangel oder die Modernisierung der Infrastruktur – überall gibt es endlich Bewegung“, beschreibt Högl die positiven Veränderungen in der Truppe. Angesichts der sich dramatisch verändernden Weltlage geht dies jedoch alles viel zu langsam.

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Im Gegensatz zum Vorjahr ist der Personalbestand der Bundeswehr sogar leicht gesunken – obwohl das Verteidigungsministerium aufgrund der Bedrohungslage längst von einem viel höheren Bedarf ausgeht. Wie die Pläne einer künftigen Bundesregierung etwa für eine Wehrpflicht sind, ist aber vollkommen unsicher.

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Jan Dörner ist Chefreporter Politik in der FUNKE Zentralredaktion.© Reto Klar | Reto Klar

Es stellen sich weitere bange Fragen. Högl listet die Schwierigkeiten auf, eine einsatzbereite Brigade mit 4800 Soldaten bis 2027 dauerhaft in Litauen zu stationieren. Wie soll das erst klappen, falls einmal eine Beteiligung an Friedenstruppen in der Ukraine gefragt sein sollte?

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Die Wehrbeauftragte beschwört die Nato als „Fundament für unsere Sicherheit“. Ob die Allianz in der aktuellen Form überlebt, ist angesichts der Politik von US-Präsident jedoch Donald Trump fraglich. Högl pocht auf dauerhaft höhere Verteidigungsausgaben. Ob Union und SPD ihre Finanzierungspläne umsetzen können, ist allerdings offen. Högl kann nicht mehr liefern als einen Bericht der Ungewissheiten.