Etwa 100 Minuten dauerte die Rede Donald Trumps am Dienstagabend. Im Anschluss lieferten die Demokraten eine zehnminütige Antwort. Als Rednerin hatten sie Elissa Slotkin auserkoren, Senatorin aus Michigan. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, hatte die 48-Jährige zuvor als „aufstrebenden Stern“ seiner Partei bezeichnet.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Für viele Amerikanerinnen und Amerikaner dürfte das Statement der erste Berührungspunkt mit der 48-Jährigen gewesen sein. „Ich nehme es nicht persönlich, falls Sie noch nie von mir gehört haben“, sagte Slotkin selbst zu Beginn ihrer Rede, um sich anschließend kurz vorzustellen. „Ich bin die frisch gewählte Senatorin des großartigen Staats Michigan, wo ich aufgewachsen bin.“

Elissa Slotkin: Eine Sicherheitsexpertin aus einer Hot-Dog-Dynastie

Slotkin wurde 1976 in New York geboren, wuchs aber auf einer Farm in der Kleinstadt Holly in Michigan auf. Ihr Vater war Republikaner, ihre Mutter Demokratin, wie die jüdische Senatorin erzählt. Ihr Urgroßvater Samuel Slotkin war als Migrant in die USA gekommen und hatte 1914 ein erfolgreiches Hot-Dog-Unternehmen gegründet.

Ist sie die neue Hoffnung der demokratischen Partei? Senatorin Elissa Slotkin aus Michigan.
Ist sie die neue Hoffnung der demokratischen Partei? Senatorin Elissa Slotkin aus Michigan.© AFP | Paul Sancya

Die Demokratin war nach eigenen Angaben in New York, als am 11. September 2001 Al-Kaida-Terroristen zwei Flugzeuge ins World Trade Center lenkten und mehr als 2700 Menschen töteten. Das sei der Anlass gewesen, eine Karriere in Sicherheitsbehörden zu beginnen. Von 2003 bis 2007 arbeitete Elissa Slotkin als Analystin bei der CIA. Dreimal begleitete sie das US-Militär im Irak. Später arbeitete sie unter George W. Bush und Barack Obama im Verteidigungsministerium und als Beraterin im Weißen Haus. Sie spricht US-Medien zufolge fließend Arabisch und Swahili.

Im Jahr 2018 – während Trumps erster Amtszeit – kandidierte sie für den US-Kongress und zog im Januar 2019 ins Parlament ein. Während ihrer drei Legislaturperioden beschäftigte sich die Abgeordnete größtenteils mit Gesetzesinitiativen zu Militär und nationaler Sicherheit, aber auch zu Themen wie Gesundheit, Migration und Bildung. Im vergangenen Jahr wurde sie für den umkämpften Staat Michigan in den US-Senat gewählt.

Sicherheitspolitik, Gesundheit, Mittelschicht

Slotkin gilt politisch als moderat und spricht sich, wenn nötig, auch für eine Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg aus. Sie respektiert laut eigenen Aussagen privaten Waffenbesitz, werde aber „nicht aufhören, dafür zu kämpfen, dass diese nicht in die Hände von Kriminellen oder psychisch Kranken fallen“. Das Wohlergehen der Mittelschicht ist ihr ein Anliegen sowie ein Fortbestand der traditionell in Michigan beheimateten Automobilindustrie.

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Ihre Mutter starb 2011 an Eierstockkrebs und hatte aufgrund einer früheren Brustkrebserkrankung Schwierigkeiten, sich eine Krankenversicherung zu leisten. Daher gehören laut Slotkins Internetseite auch „der Schutz von Menschen mit Vorerkrankungen und die exorbitanten Kosten für die Gesundheitsversorgung und verschreibungspflichtige Medikamente“ zu ihren politischen Prioritäten.

Senatorin Elissa Slotkin im Gespräch mit einem Reporter.
Senatorin Elissa Slotkin im Gespräch mit einem Reporter.© Getty Images via AFP | ANNA MONEYMAKER

Im vergangenen Jahr distanzierte sie sich Berichten zufolge früh von Joe Biden, als Zweifel an dessen Eignung für die Präsidentschaftskandidatur aufkamen. Schon 2022 sagte sie in Bezug auf den damals 80-Jährigen: „Wir brauchen neues Blut.“