Der erste Anruf geht um 9.53 Uhr beim Rettungsdienst ein, eine Frau ruft in Panik um Hilfe. „Hier ist jemand im Autobus, der ein Messer gezückt hat, es ist ein Terroranschlag! Ein kleiner Junge liegt auf dem Boden, ich sehe drei Verletzte!“
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Später wurde klar: Der junge Mann, der Montagmorgen in der israelischen Küstenstadt Haifa mehrere Menschen mit einem Messer attackiert hatte, ist deutsch-israelischer Staatsbürger. Es handelt sich laut Polizei um einen 20-Jährigen, der erst vor kurzem von einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt nach Israel zurückgekehrt sei. Ob er sich in Deutschland aufgehalten hatte oder in einem anderen Land, ist vorerst unklar. Die Polizei versucht nun zu erforschen, zu welchem Zweck er im Ausland war und warum er nach Israel zurückkehrte.
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Israel: 65-Jähriger bei Anschlag tödlich verletzt
Der 20-Jährige soll zuerst in einem Autobus das Messer gezückt haben – kurz, bevor der Bus am Busbahnhof einfuhr. Danach soll er auf dem stark besuchten HaMifratz-Bahnhof wahllos auf Passanten losgegangen sein. Er stach einem 65-jährigen Mann ins Genick und verletzte ihn tödlich. Vier weitere Menschen wurden verwundet, drei von ihnen schwer. Ein 15-Jähriger war anfangs in kritischem Zustand, soll mittlerweile aber stabilisiert worden sein.
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Der Täter wurde noch an Ort und Stelle getötet: Mindestens ein Sicherheitsbediensteter und ein Zivilist sollen das Feuer auf ihn eröffnet haben. Ob er als Einzeltäter gehandelt hat oder ob noch weitere Komplizen im Spiel waren, wird derzeit untersucht. Laut einer Augenzeugin soll der Täter „Allahu Akbar“ gerufen haben, bevor er zustach.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der HaMifratz-Bahnhof ist der wichtigste Umsteige-Drehpunkt in Haifa. Hier kommen jeden Morgen Berufspendler aus den dicht besiedelten Städten der Umgebung an, um in den Zug oder in eine der Fernbuslinien zu wechseln. Mit einem solchen Fernbus soll auch der Attentäter nach Haifa gekommen sein. Er stammt israelischen Medienberichten zufolge aus einer Familie, die der drusischen Minderheit angehört und in Shfar‘am rund 15 Kilometer entfernt von Haifa lebt.
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Israel: Angehörige der Drusen selten an Terroranschlägen beteiligt
Die Drusen sind eine muslimische Minderheit, die in Israel und den syrischen Golanhöhen rund 150.000 Menschen umfasst. Die israelischen Drusen gelten als loyal zum Staat, sie dienen anders als arabische Israelis in der Armee. Es kommt sehr selten vor, dass Drusen in Israel an Terroranschlägen beteiligt sind. Auch die Familie des Täters wird im Nachrichtenportal „Ynet“ damit zitiert, dass sie ein terroristisches Motiv für ausgeschlossen erachten. Der Täter sei psychisch krank und habe nicht aus politischen Beweggründen gehandelt, sind sie überzeugt. Auch der Bürgermeister von Shfar‘am bestätigte gegenüber israelischen Medien, dass der Mann unter einer „schweren psychischen Krankheit“ litt und Sozialhilfeempfänger war.
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Laut Ärzten im Rambam-Krankenhaus in Haifa hat einer der Verwundeten auch Schusswunden davon getragen. Noch ist unklar, von wem die Schüsse abgefeuert wurden. Derzeit geht man aber davon aus, dass die Kugel auf den Täter abzielte und versehentlich einen der Passanten traf.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Tat in einer Stellungnahme als eine unmittelbare Folge der „unaufhörlichen Hetze der Hamas und ihrer Geldgeber im Iran“. Israel werde auch weiterhin „überall gegen die Kräfte ankämpfen, die uns umbringen wollen – und wir werden sie besiegen“.







