Die Grünen haben ihr selbst gestecktes Ziel verfehlt. Die Partei fuhr bei der Bundestagswahl ein schlechteres Ergebnis ein als noch vor drei Jahren, landete auf Platz vier hinter der SPD. Damit liegt das Kanzleramt für Robert Habeck in weiter Ferne. Und so kündigte der Spitzenkandidat am Tag nach der Wahl für seine Person drastische Konsequenzen an. „Ich werde keine führende Rolle in den Personaltableaus der Grünen mehr beanspruchen oder anstreben.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Und sein Bundestagsmandat? Da lavierte der gescheiterte Kanzlerkandidat herum, schien sich nicht sicher, ob er wie Olaf Scholz als einfacher Abgeordneter in den Reihen seiner Fraktion verbleiben möchte. Seither wird spekuliert, wie die Zukunft Habecks in seiner Partei aussieht. Seine Entscheidung löste zumindest nicht nur Euphorie aus: Zehntausende unterschrieben in einer Online-Petition für den Verbleib des Grünen in der Politik.

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Habeck greift nach Freundschaftsbändchen: „Bundestag Era“

Ein Hoffnungsschimmer für seine Anhänger dann am Mittwoch in der ersten offiziellen Sitzung der neuen Fraktion: Auf seinem Platz lagen mehrere Freundschaftsbändchen – und Habeck entschied sich für ein bestimmtes: „Bundestag Era“, steht darauf. Damit schließt sich ein Kreis. Denn am Tag bevor Habeck Anfang November seine Kandidatur für den Posten als Kanzlerkandidat der Grünen erklärte, hatte er in sozialen Medien ein Video verbreitet. Darin trug er ein Armband mit dem Schriftzug „Kanzler Era“. Ähnliche Armbänder tragen Fans des US-Popstars Taylor Swift. 

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In Habeck-Manier erfolgte die Auflösung dann per Video. Als er noch Ambitionen auf das Kanzleramt hatte, lies sich der Wirtschaftsminister in seiner Behörde noch gerne in Hemd und Anzug abfilmen. Bei dem am Mittwochnachmittag auf X geposteten Video gibt er sich legere in blauer Bomberjacke.

Er hätte das Ergebnis erstmal sacken lassen, erklärt er. Am Wochenende hatte er „jetzt ein bisschen Zeit, (...) mit meiner Familie alles zu bereden, was alles ansteht.“ Für ihn sei immer klar gewesen, dass das Wahlergebnis verantwortet werden müsse. „Ich wollte immer ein Politiker sein, der nicht an der Macht klebt“, begründet er den Schritt, keine Führungsposition mehr übernehmen zu wollen. Dann folgt das „Aber“: Er möchte nicht aufhören, als politischer Mensch zu existieren. „Ich nehme das Bundestagsmandat an.“

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mit dpa