Seit über 20 Jahren ist Markus Söder aus der bayerischen Politik nicht mehr wegzudenken. Er war CSU-Generalsekretär, hatte mehrere Ministerämter inne und ist inzwischen CSU-Chef und Ministerpräsident des Freistaats. Immer wieder wurden ihm auch Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt – bisher wurde er aber nie als Kanzlerkandidat der Union ausgewählt.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Trotzdem spielt der Mann aus Franken als CSU-Chef auch bundespolitisch eine Rolle. Dabei nimmt er konservative Positionen ein – stets bayerisch-deftig und nicht ohne den ein oder anderen verbalen Faustschlag. Was man sonst noch über Markus Söder wissen muss, lesen Sie in unserem Steckbrief.
Markus Söder: Die wichtigsten Infos zum CSU-Chef im Steckbrief
| Name | Markus Thomas Theodor Söder |
| Geburtsdatum | 5. Januar 1967 |
| Amt | Ministerpräsident (Bayern) und CSU-Chef |
| Partei | CSU |
| Parteimitglied seit | 1983 |
| Familienstand | Verheiratet, vier Kinder |
| Größe | 1,94 Meter |
| Wohnort | Nürnberg |
Markus Söder: Kinder, Beruf, Social Media – Das wichtigste zu seinem Privatleben
Markus Söder stammt aus Nürnberg. Er wurde am 5. Januar 1967 in eine evangelisch-konservativ geprägte Handwerkerfamilie geboren. Der Vater, Max Söder, war Maurer und betrieb mit der Mutter, Renate Söder, ein kleines Bauunternehmen in der Frankenmetropole.
Inzwischen ist Söder vierfacher Vater. Drei Kinder hat er mit seiner Ehefrau Karin Baumüller-Söder, eine Tochter stammt aus einer Beziehung mit Ulrike Burkandt. Gerüchte um eine Scheidung von Karin Baumüller wies Söder im Jahr 2022 zurück. Das Paar ist noch immer verheiratet.
Der Franke ist Fan des 1. FC Nürnberg, hat ein Faible für Science-Fiction, spielt Tennis und tritt zu Fasching oft in aufwendigen Kostümen auf. Sein politisches Vorbild: CSU-Übervater Franz Josef Strauß, von dem ein Poster, „fast überlebensgroß“, in Söders Jugendzimmer über dem Bett hing.
- Ausbildung: Markus Söder hat Abitur, den Grundwehrdienst geleistet, Jura studiert und in Rechtswissenschaften promoviert. Er hat außerdem ein Volontariat, also eine journalistische Ausbildung, beim Bayerischen Rundfunk absolviert.
- Beruf: Markus Söder ist Berufspolitiker und als solcher derzeit Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Bis 1994 arbeitete Söder als Redakteur beim BR, war im Jahr 2003 zudem Leiter der Unternehmenskommunikation einer Holding.
- Familie: Söder hat vier Kinder. Seine älteste Tochter Gloria Burkandt ist 1998 geboren; die anderen drei Kinder, zwei Söhne und eine Tochter, stammen aus seiner Ehe mit Karin Baumüller-Söder.
- Social Media: Der CSU-Chef ist dort erfolgreich, wo seine Wähler sind: bei Social Media. Allerdings weniger mit politischen Inhalten, sondern mit Food-Content. Vor allem der Döner ist für Söder ein Mittel, Likes und Follower anzuziehen. Er verloste schon „Söder Kebab“-Shirts und lud Fans zum Döner-Essen ein.

Markus Söder bei der CSU: Stationen seiner Partei-Karriere
Markus Söder ist seit mehr als 40 Jahren Mitglied bei den Christsozialen. 1983 trat er der CSU und gleichzeitig der Jungen Union bei, der er bis 2003 angehörte. Seither hat der Franke einen Reigen an Stationen in und mit der CSU durchlaufen: vom Vorsitzenden des Kreisverbandes Nürnberg-West über den Posten des Generalsekretärs bis zum Vorsitzenden der Partei, zu dem er zuletzt im Dezember 2025 wiedergewählt wurde.
Seit 1994 gehört er außerdem dem Bayerischen Landtag als Abgeordneter an. In Bayern hate er vor dem Amt des Ministerpräsidenten (seit März 2018) mehrere Ministerposten inne:
- Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten (Oktober 2007)
- Staatsminister für Umwelt und Gesundheit (2008)
- Staatsminister der Finanzen (November 2011)
Als Ministerpräsident führt Markus Söder die CSU durch verhältnismäßig schwere Zeiten: Konnte die CSU bis 2018 in Bayern noch alleine regieren, verlor sie bei den Landtagswahlen im Oktober 2018, der ersten mit Söder als Spitzenkandidat, die absolute Mehrheit. Bei der Wahl 2023 fuhr die Partei dann ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 ein: 37 Prozent Zustimmung. 20 Jahre zuvor hatten noch fast 61 Prozent der bayerischen Wähler für die Partei gestimmt.
Für seine Regierung war Söder bislang deswegen auf Koalitionen angewiesen. Juniorpartner sind die Freien Wähler unter ihrem Parteichef Hubert Aiwanger.
Markus Söder: Das sind seine Themen
Markus Söder ist ein Politiker aus dem bürgerlich-konservativen Lager. Als Ministerpräsident Bayerns liegen ihm zuallererst bayerische Interessen am Herzen – er mischt sich allerdings gerne auch aus München in die Berliner Politik ein. Seinen Kritikern – innerhalb wie außerhalb der CSU – gilt Söder als Populist, der der politischen Großwetterlage folgt.
- Migration: Söder vertritt einen harten Kurs in der Migrationspolitik. Er möchte die Zahl der Asylanträge drastisch reduzieren und das individuelle Recht auf Asyl abschaffen – immerhin ein Grundrecht. Er sieht die Belastungsgrenze in Deutschland erreicht und will Straftäter abschieben, „egal wie schlimm die Gefängnisse in ihrem Land sind“.
- Gendern: Geschlechtergerechte Sprache ist in Bayern verboten, zumindest an Schulen und in Behörden. „Privat kann jeder reden, wie er will“, sagte der Ministerpräsident. In den Ämtern haben Gendersternchen und dergleichen aus seiner Sicht nichts verloren.
- Atomkraft: Söder ist mal für, mal gegen Atomkraft. Bis zum Februar 2022 unterstützte er den Atomausstieg; seitdem durch Russlands Krieg gegen die Ukraine Energie in Deutschland teuer geworden ist, möchte Söder Atomkraftwerke wieder betreiben. Ein Atommüll-Endlager in Bayern schließt er aus.

Markus Söder: Erfolge und Kontroversen
Der bayerische Ministerpräsident ist einer der umstrittensten Politiker in Deutschland, gerade weil er seine Fähnchen gerne in den politischen Wind hängt – und immer wieder auch in Tonalität und Inhalt an AfD-Positionen heranrückt. Die Strategie dahinter scheint zu sein, Wählerinnen und Wähler der Rechtsaußenpartei wieder zurück zur CSU zu holen. Der Erfolg ist allerdings überschaubar: Seit Söder Ministerpräsident ist, konnte die AfD ihre Zustimmungswerte in Bayern nahezu verdoppeln.
Auch interessant
Zu seinem Macht-Kontrahenten Merz unterhält Söder eine Art Geschäftspartnerschaft. Die beiden Parteichefs wissen, dass sie einander brauchen. „Wir sind ein starkes Team“, sagt Söder über Merz, der wiederum das „Miteinander“ lobt.
Besonders kontrovers ist Söders Kruzifix-Erlass. Seit dem 1. Juni 2018 muss in jedem Dienstgebäude des Freistaats ein Kreuz hängen, das Söder nicht als religiöses Symbol, sondern als Ausdruck bayerischer „Identität und Lebensart“ verstanden wissen will. Selbst Kirchen widersprachen dem Ministerpräsidenten damals, unter anderem der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. Der Tenor: Söder vereinnahme das Christentum für politische Zwecke.
Mit einem anderen Projekt hat sich Söder, ebenfalls 2018, viel Spott eingefangen – inzwischen aber selbst bei der Opposition in Bayern Respekt verdient: Bavaria One. Das bayerische Raumfahrtprogramm – ein 700 Millionen Euro schwerer Investitionstopf für Forschung und Entwicklung im Bereich Luft- und Raumfahrt – soll Bayern zu einem führenden Weltraum-Standort in Europa machen.

Seine Vision scheint aufzugehen: Das neue Europäische Mondkontrollzentrum soll in Bayern entstehen, man wolle dort mit der Nasa zusammen auch Marsmissionen durchführen. „Star Trek“-Fan Söder selbstbewusst: „Wenn Sie aus Filmen den Spruch ‚Houston wir haben ein Problem‘ kennen, so heißt es dann: Bayern, wir sind die Lösung.“






